Zum Inhalt springen
Inhalt

Panorama Gewaltiger Tornado vernichtet Vorort von Oklahoma City

Einer der schwersten Tornados seit Jahren hat im US-Staat Oklahoma mehrere Menschen in den Tod gerissen. Die genaue Zahl der Opfer ist noch ungewiss. Zahlreiche Häuser wurden eingerissen, darunter eine Grundschule. Einige der Kinder hatten keine Chance.

Die riesige schwarze Säule riss alles mit, was auf ihrem Weg lag: Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern fegte der Wirbelsturm über einen Vorort von Oklahoma City. Er riss Dächer weg, hob Häuser aus den Fundamenten und wirbelte Autos durch die Luft.

Zahl der Opfer ungewiss

Nach jüngsten Behördenangaben starben durch die Wucht des Tornados 24 Menschen, darunter 7 Kinder. Einige Leichen seien möglicherweise doppelt gezählt worden, hiess es. «Es herrschte viele Chaos», sagte eine Behördenvertreterin zur Begründung für die neuen Zahlen. Zuvor war von mehr als 90 Toten und rund 230 Verletzen die Rede.

Zahlreiche Grundschulkinder vermisst

In der Vorstadt Moore fegte der Tornado über eine Grundschule hinweg und machte sie dem Erdboden gleich. Einige hätten sich an sichere Zufluchtsorte retten können, berichtete der Fernsehsender CNN. Für 7 Kinder, die meisten unter 12 Jahren, kam jede Hilfe zu spät. In der Schule befanden sich insgesamt etwa 75 Kinder. In den Stunden nach dem Sturm wurden zahlreiche überlebende Kinder aus den Trümmern geborgen. Mehrere Kinder werden aber noch vermisst.

Durch den Tornado wurde offenbar eine weitere Grundschule schwer beschädigt. Angaben über mögliche Opfer gibt es bislang keine.

Dicht besiedeltes Gebiet

«Die ganze Stadt sieht aus wie ein Trümmerfeld», sagte Moores Bürgermeister Glenn Lewis in einem TV-Interview. «Genau wie in dem Katastrophenfilm ‹Twister›», beschrieb ein Augenzeuge dem Sender CNN das Wirbelsturm-Chaos. Insgesamt seien über 300 Häuser zerstört worden, hiess es. Eine Frau erzählte, von ihrem Haus sei nur eine Wand stehen geblieben. «Alles andere ist weg», sagte sie unter Tränen. Auch ihr Auto sei weggewirbelt worden.

Der Streifen, den der Tornado durch das dicht besiedelte Gebiet vor den Toren von
Oklahoma City zog, war rund zwei Kilometer breit. Damit könnten sich mehr als 171'000 Menschen in der Schneise des Sturms befunden haben.

Obama sichert Hilfe zu

US-Präsident Barack Obama hat der Gouverneurin von Oklahoma Unterstützung aus Washington zugesagt. Die Bundesregierung werde alle nötige Hilfe leisten, sagte Obama der Gouverneurin Mary Fallin nach Angaben des Weissen Hauses.

Häuser liegen auf Trümmerhaufen. Im Vordergrund eine US-Flagge.
Legende: Im Mittleren Westen der USA ist man sich Tornados zwar gewöhnt – doch dieser Wirbelsturm war aussergewöhnlich heftig. Reuters

Die Katastrophenschutzbehörde Fema habe ein erstes Hilfsteam geschickt, um die Behörden in Oklahoma zu unterstützen. Zusätzliches Personal und Hilfsmittel stünden bereit.

Tornado-Notstand

Zuvor hatte der Nationale Wetterdienst für die Gegend um Oklahoma City einen Tornado-Notstand ausgerufen.

Bereits am Sonntag hatte eine ganze Serie von Tornados im Mittleren Westen der USA mindestens zwei Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 20 Menschen wurden nach Medienberichten verletzt. Auch dabei waren die Bundesstaaten Oklahoma und Kansas am stärksten betroffen.

28 Stürme gemeldet

US-Medien zufolge wurden am Sonntag bis zu 28 Tornados aus den Bundesstaaten Oklahoma, Kansas, Iowa und Illinois gemeldet. Am frühen Montagmorgen sei auch Missouri von einem Wirbelsturm betroffen gewesen. Die Tornados wurden durch ein grosses Sturmgebiet verursacht, das über die Region zog.

Erst am Donnerstag waren zehn Tornados über den US-Bundesstaat Texas hinweggefegt. Dabei wurden sechs Menschen getötet und Dutzende verletzt. Zahlreiche Häuser und Stromleitungen wurden beschädigt.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Fallegger Alexander, Luzern
    Ja die armen Amis,baut doch endlich eure Häuser mal umgebungs gerecht. Wir hatten in den letzten 100 Jahren wieviele Erdbeben in der Schweiz ?Und auf was wir auch beim Brückenbau immer einberechnen,falls irgend einmal vieleicht usw. Nur Idioten bauen immer wieder am Fluss der jedes Jahr über die Ufer treten!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Alexander gugger, Frenkendorf (BL)
    Sau hart !
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Gerhard Himmelhan, Naters
      Aber der Fallegger hat doch recht. die Indianer schlugen ihre Wigwams während der Hurrikan-Saison nicht in dieser Gegend auf wohlwissend warum. Wenn man dort Häuser baut und diesen Umstand nicht berücksichtigt ist das nicht weitblickend. Die elektr. Leitungen gehören in so einer Gegend schon seit Jahren unter die Erde! Vermutlich ist auch das wieder eine Frage v. Geld! Die Japaner konnten doch auch vor Jahrzehnten erdbebensicher bauen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von alfred neuhaus, lausanne
    herzlichen dank für die berichterstattung! nun... gibt es nicht auch in anderen weltregionen unwetter, katastrophen und und und? wie wärs wenn mal etwas anderes als wahldebatten über lateinamerika berichtet würde, oder etwas anderes als rohstoff- & friedensgespräche über russland... oder gar über süd-ost asien? interessiert das überhaupt irgendwen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen