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Panorama Grabstein 2.0: Der Friedhof wird digital

QR-Code kennen wir vor allem von Zug-, Flug, oder Konzerttickets. Doch mittlerweile tauchen die schwarz-weissen Pixelmuster auch an Orten auf, wo wir sie nicht unbedingt erwarten – zum Beispiel auf Friedhöfen.

Legende: Video Vom Grab ins Internet abspielen. Laufzeit 0:56 Minuten.
Aus Tagesschau Nacht vom 31.10.2014.

Noch dominieren an Allerheiligen Blumen auf den Gräbern weltweit, doch wenn es nach dem Willen findiger Geschäftsleute geht, soll sich das ändern. Auf Grabsteinen sollen in Zukunft sogenannte QR-Code-Plakette angebracht werden.

Geschmacklos oder zeitgemäss?

«QR» steht für Quick Response, also schnelle Antwort. Wer den QR-Code mit einer App auf seinem Smartphone einliest, erhält aus dem Internet mehr Informationen über den Toten als auf einen Grabstein passen. Nutzer werden auf eine Internetseite gelotst, wo sie unter anderem Lebensdaten und eine Bildergalerie einsehen können. Immer mehr Städte weltweit erlauben das in ihren Friedhofssatzungen.

Geschmacklos oder zeitgemäss? Darüber lässt es sich streiten. Tatsächlich kommt der Online-Vorstoss auf den Friedhof nicht überall gut an. Das sei wohl bloss eine Altersfrage, glaubt zum Beispiel die Friedhofsverwaltung im spanischen San Sebastian. Die Facebook- Generation gehört ja nicht zu den regelmässigen Friedhof-Besuchern. Noch nicht.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marc Langenstein, Ratingen
    Ich finde die Idee toll. So hat man die Möglichkeit mehr über die Person zu erfahren. Auf dem Grabstein steht ja nur der Name und das Geburts- und Sterbedatum. Ich habe vor kurzem eine Seite gefunden, die so einen Service anbietet. Die Adresse davon ist www.trauercode.com. Ich würde so einen Service nutzen, da ich ihn echt sinnvoll finde.
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  • Kommentar von Bernhard Lüthi, Affeltrangen
    Alles wird vielfältiger, auch im Bereich Grabstein und Bestattung. Als Steinbildhauer beobachte ich diese Entwicklung interessiert. Die grösste Herausforderung ist die zunehmende Unfähigkeit, über das Sterben zu sprechen. Viele meiner Kunden sind überfordert, stehen sie bei mir im Atelier. Modetrends und Neues macht auch nicht vor den Toren der Friedhöfe halt. Dass nun die digitale Welt sich dort präsentiert ist nur logisch, aber auch ein Folge jener Unfähigkeit, miteinander zu reden.
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  • Kommentar von christian hackamp, rheinfelden
    Das hat mit "zeitgemäss" nichts zu tun. Diese unreflektierte Kapitulation vor Multimedia ist kaum noch zu ertragen, die Volksverblödung kennt keine Grenzen. Was gibt`s als nächstes? Eine Grabstein-App? Grauenvoll!
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    1. Antwort von Jürg Danuser, Diepoldsau
      Da bin ich anderer Meinung. Der Grabstein soll eine Erinnerung an einen Menschen sein und etwas über ihn erzählen. Eine Webseite (Inhalt des QR-Codes) kann in vielfältiger und liebevoller Weise an jemanden erinnern. Ich bin ein Kind der 80er und habe als Software Entwickler keine Berührungsängste mit der digitalen Welt. Ich freue mich über eine digitale Erinnerung an mein Leben, wenn ich gestorben bin. Schade, dass so viele Menschen Angst vor der (nicht ganz so) neuen digitalen Welt haben.
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