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Panorama Helfer unter Zeitdruck

Die heutige Regenfront lässt den Helfern in den überschwemmten Regionen nicht viel Spielraum: Schaffen sie es nicht rechtzeitig, Bäche von Holz und Geröll zu befreien, drohen erneut Wasserfluten in den Dörfern.

Legende: Video Augenschein in Altstätten abspielen. Laufzeit 06:41 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 29.07.2014.

Das Unwetter vom Montag hat überall in der Schweiz seine Spuren hinterlassen. Schwer getroffen hat es die Ostschweiz: So gab es in Altstätten im St. Galler Rheintal grosse Schäden. Der Dorfbach trat über die Ufer und überflutete das Zentrum. Auch Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen.

«Es muss wie eine Flutwelle gewesen sein», sagte Ralph Dietsche,
Chef des Regionalen Führungsstabs, der Nachrichtenagentur sda. Er
war am Montagabend rund eine Stunde nach dem Unwetter in Altstätten
vor Ort gewesen.

Legende: Video Heftiger Regen in der ganzen Schweiz abspielen. Laufzeit 05:04 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 29.07.2014.

Am Dienstag und MIttwochvormittag waren die Aufräumarbeiten in vollem Gange. «Bagger befreien den Dorfbach von Holz und Steinen, Lastwagen transportieren das Geröll ab», sagt SRF-Korrespondent Marcel Niedermann.

Die über 100 Feuerwehrleute, Zivilschützer und Helfer gäben «mächtig Gas», weil sie befürchteten, dass die Niederschläge am Dienstagabend den Bach erneut über die Ufer treten lassen könnten.

Dieses Unternehmen scheint zu gelingen. Ralph Dietsche vom Regionalen Führungsstab jedenfalls ist zuversichtlich, dass der Bach soweit geräumt werde, dass weitere Regenfälle keinen weiteren grossen Schaden anrichten könnten.

Schadenhöhe noch unklar

Dasselbe Bild zeigt sich im nahe gelegenen Berneck. Auch dort hatte mitgeschwemmtes Holz, das sich vor Brücken staute, dazu geführt, dass der Bach über die Ufer trat. Auch dort beeilen sich die Helfer, das überfüllte Bachbett zu leeren.

Die Gebäudeversicherung des Kantons St.Gallen rechnet bisher mit bis zu 200 Schadensmeldungen. Wie hoch der Schaden ausfallen wird, ist noch nicht bekannt. Wegen den Folgen des Unwetters ist der Bahnverkehr zwischen Gais (AR) und Altstätten-Stadt eingeschränkt; es verkehren Ersatzbusse.

Züge fahren wieder

Auch anderswo sorgte der Regen vielerorts für Strassen- und Schienenstörungen, die aber grösstenteils wieder behoben werden konnten. Insgesamt hat sich die Lage in Teilen der Schweiz vorübergehend etwas stabilisiert. Die Pegelstände von Rhein, Rhone und Aare sind aber auf einem sehr hohen Niveau.

Heftige Regenfälle werden laut SRF Meteo ab Mittwochmittag erwartet. Vor allem die Regionen Emmental, Zentralschweiz, Alpstein sowie die Gebiete um den Jura könnten erneut grosse Regenmengen erhalten. Der Bund hat unterdessen seine Hochwasserwarnung auf das Tessin und den Jura ausgedehnt, wie das Bundesamt für Umwelt mitteilt.

Bielersee droht über die Ufer zu treten

Neben der Ostschweiz hat auch der Kanton Bern mit den Folgen des Unwetters zu kämpfen. An vielen Orten mussten die Feuerwehren ausrücken. Bäche traten über die Ufer, und Wasser drang in Häuser ein. Die Menschen konnten aber alle in ihren Häusern bleiben.

In Bern sind die Gemeinden noch immer ebenfalls dabei, Bäche von Geröll und Schwemmholz zu befreien, damit die erwarteten Wassermassen abfliessen können. Die seit Tagen durchnässten Böden können keinen weiteren Regen mehr aufnehmen.

Am Bielersee besteht zudem die Gefahr von Überschwemmungen. In der Nacht auf Dienstag war der Abfluss des Bielersees reduziert worden, damit die Aare weniger Wasser führt. Diese ist bisher nicht über die Ufer getreten.

«Massive Schäden» im Entlebuch

Die Luzerner Polizei registrierte über 150 Schadenmeldungen. Betroffen waren vor allem das Entlebuch und Gebiete im Luzerner Hinterland. Der Schaden sei massiv. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Alleine im Kanton Luzern rechnet die Gebäudeversicherung Luzern (GVL) mit Gebäudeschäden von über einer Million Franken.

Schnee im Wallis

Gemäss der Kantonspolizei Wallis gab es einzelne überschwemmte Keller und die Strasse Täsch-Zermatt bleibt am Dienstagmorgen vorläufig gesperrt. Vor grösseren Schäden blieb das Wallis allerdings verschont – nicht zuletzt, weil ein grosser Teil der Niederschläge in Form von Schnee kam. «Bis gegen 2500 Meter hinab waren die Walliser Berge am Dienstagmorgen weiss», sagt SRF-Korrespondentin Priska Dellberg: «Ein seltenes Bild im Juli.»

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Gerber, Sabangan
    Zur Erinnerung: Bereits eine Woche nachdem Taifun Haiyan letzten Sommer über Südostasien zog, war die Zahl der registrierten Toten alleine in den Philippinen bei über 4'500 (steigend) und mindestens 1 Million Menschen waren nach dem Sturm obdachlos. () Auch der Schweiz blühen gewaltige Naturkatastrophen. Also bitte nicht in Panik ausbrechen, jammern und anderen die Schuld geben. Sondern Handeln. Am Besten noch heute. Bei dir anfangen. Viel Glück.
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  • Kommentar von Anita von Känel, Thun
    hallo, hier kann ich nur sagen, wo bleibt die hilfe-Sammlung...? muss es denn immer Tsunami oder hurricaine sein, damit die schweizer Geld sammeln und helfen? die meisten leute in den betroffenen Regionen stehen vor dem nichts!! wo bleibt unsere armee? leute an die arbeit, Dienstplan hin oder her, es ist ein Ausnahmezustand. halt eben nicht der grippen...!!?? Anita
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  • Kommentar von M. Schenk, Aarau
    Die Schweiz ertrinkt im Wasser, ein Bundesrat spricht der Bevölkerung Mut zu, der ander labert in Italien herum oder in der Ukraine, wo sind die andern 5? Ein trauriges Bild dieses Bundesbern.....beschämend....
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    1. Antwort von Anita von Känel, Thun
      Bravo, gut gebrüllt. ist auch meine Meinung. ist doch ein Ausnahmezustand, wo bleibt die armee? und wo ist die finanzielle hilfe? mit spenden usw. ah ja, wir sind ja nicht in den ozanischen ländern.....
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