Zum Inhalt springen
Inhalt

Panorama Herdenschutzhunde lernen dazu

Wenn Herdenschutzhunde ihre Schäfchen gegen friedliche Wanderer verteidigen, kann es gefährlich werden. Dank dem richtigen Training schon im Welpenalter sollen die mächtigen Hunde später nicht mehr Wolf und Mensch verwechseln. Ein Experte erzählt, was heute mit Erfolg besser läuft.

Hirte mit Herdenschutzhunden.
Legende: Urban Lanker mit Helfern: Wachsam und trotzdem gutmütig zu Menschen – das geht. SRF/Rafael von Matt

Schafhalter Urban Lanker in Davos Frauenkirch setzt seit Jahren auf seine Herdenschutzhunde und ist überzeugt vom Erfolg: «Ein Wolf kommt nicht lebendig davon oder zieht sich ohne Beute zurück.» Direkte Kämpfe seien aber sehr selten, denn allein die Präsenz der Hunde schrecke das Grossraubtier ab.

Doch was ist mit den Schreckensmeldungen von Wanderern, die von Herdenschutzhunden gebissen wurden? Solche Vorfälle hätten sich leider ereignet und ereigneten sich immer noch, sagt Lanker. Der Grund: Die Hunde wurden bisher so erzogen, dass sie auch Menschen als Gefahr für Schafe betrachten.

Lernen im Alltag

Nach den Worten von Lanker haben Züchter und Ausbildner inzwischen dazugelernt. Das erklärte Ziel der Organisation Herdenschutz Schweiz: Die Hunde sollen auf den Menschen nicht reagieren. Dazu werden sie neu nun bereits als Welpen an Menschen gewöhnt. Und weil sie als Teil der Schafherde aufwachsen, lernen sie auch, dass Zweibeiner mit und ohne Rucksack keine Gefahr für ihre Schützlinge darstellen.

Von seinen vier Schutzhunden sind Lanker zurzeit deren zwei von der Organisation Herdenschutz zur Ausbildung zugeteilt worden. Sie lernen dabei in einem Jahr in alltäglichen Situationen, Freund und Feind zu unterscheiden. Später werden sie einmal andere Herden bewachen.

Die Zahl der Hundebisse auf Bündner Alpweiden ist stark gesunken.
Autor: Urban LankerSchafhalter, Herdenschutzhunde-Trainer

Damit sei ein grosses Problem entschärft worden, betont Lanker, der sich seit Jahren an der Ausbildung von Herdenschutzhunden beteiligt. Die Zahl der Hundebisse auf Bündner Alpweiden sei bereits stark zurückgegangen.

In anderen Kantonen, etwa im Wallis, sind viele Schafhalter weiterhin skeptisch gegenüber Schutzhunden. Lanker war es anfänglich auch, doch heute ist er überzeugt vom Herdenschutz mit Hunden. Ebenso, dass auf diese Weise ein vernünftiges Nebeneinander von Alpennutzung und Wanderwegen möglich ist.

«Die Mehrheit der Stimmbürger und Steuerzahler, die uns Beiträge zahlen und ein Leben ermöglichen, wollen Grossraubtiere», stellt Lanker fest. Entsprechend müssten die Schafhalter Hand bieten und sich effizient schützen.

Dank den Schutzhunden bleibe auch Platz für die Wölfe in der Schweiz, sagt Lanker und streichelt seine in der Tat zutraulichen und verspielten Helfer, die er eben herangepfiffen hat.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von s.stettler, bern
    Viele Schafhalter sind Jäger. Sie neiden dem Wolf das Reh das dieser im Wald reisst. Das Schaf ist ihnen eh nicht so wichtig. Uneingezäunt auf der Alp stürzen viele Schafe ab und verenden qualvoll. Egal, das Schaf ist nur Mittel zum Zweck und der heisst Subventionen. Aber das Reh im Wald möchten Jäger gerne abknallen. Es ist ein Hauptdarsteller ihres Hobbys. Daher das Gezeter gegen das Raubtier.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Alex Speck, SG Rheintal
      Hr. Stettler, Sie verstehen soviel von der Schafhaltung, wie ein Fisch von der Wüste, das schliessen ich aus Ihrem Schreiben!. Wenn ich Ihre Telefonnr. hätte, würde ich Sie gerne einmal kontaktieren, um die Schafe auf der Alp wolfssicher einzuzäunen!!. Sie haben keine Ahnung vom Tuten u. Blasen, was für eine unmögliche Arbeit dass das vielerorts gäbe!.Können Sie mir den Nutzen sagen, wo diese Raubtiere haben und können Sie mir vielleicht sagen, wieviele Steuergelder uns diese Raubtiere kosten?.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Christina Bernegg, Horw
      Herr Speck,vielen Dank für ihre Einschätzung.Es ist so,wie sie das mitteilen. Die meisten Mitbürger sehen in dieser Sache absolut nicht über den Teller- rant hinaus,und haben keine Ahnung was hier abgeht.Und,ich setze mich lauffend in ein Wespennest wenn ich etwas kommentiere.Übrigens,auch in unserer Nachbarschaft,BW.wird verkündet,dass der Wolf wieder im SW, angekommen ist..Wieso,müssen wir diese Tiere akzeptieren,und was ist der Zweck der Sache????
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von s.stettler, bern
      Meine Herren...Sie verstehen mich falsch. Ich muss nichts von Schafhaltung verstehen. Da ich das Halten von Schafen sowie die Jagt, als vollkommen unnützes und schädliches Hobby ansehe. Der Schafhaltung gehört das Geld abgestellt, und die Jagt verboten. Dann giebt,s auch keine Reklamationen mehr, wegen Raubtieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Werner Aeschlimann, Hindelbank
    Bei den harten Haltungen würde ich ein völlig demokratisches Vorgehen vorschlagen. Man befragt das Volk und setzt den Entscheid aber dann konsequent um. Für den Verbleib der Grossraubtiere heisst absolut keine Schafhaltung mehr. Für die Schafhaltung heisst jedes Tier das die Grenze überquert wird geschossen. Es ginge beides, es geht auch ohne beides, es sowieso auch ohne Toleranz.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Peter Frei, Zürich
    Unglaublich, dass dieses völlige logische Vorgehen nicht schon seit Jahren gemacht wird, und hier in Leserkommentaren entsprechend oft gefordert wurde Warum brauchte es unzählige Attacken, oft mit Verletzungen, unzählige verdorbene Berg- und Wandertouren, wo man umkehren musste, weil es kein Durchgehen mehr gab, weil die Hunde dermassen scharf auf harmlose Wanderer mitabgerichtet wurden, entsprechend angriffen. Die Warnung bleibt: nicht ins Münstertal, Unterengadin bis dieses scharfen Hunde weg
    Ablehnen den Kommentar ablehnen