Hitzewelle: Senioren nicht vergessen!

Bei Hitzetagen sind ältere Menschen besonders gefährdet und auf Angehörige oder Nachbarn angewiesen. Dies gilt vor allem für allein lebende Senioren, die mangels Durstgefühl oft zu wenig trinken. Pflegefachleute raten zu einem möglichst ungezwungenen Umgang in der heissen Sommerzeit.

Drei Frauen wischen sich den Schweiss von der Stirn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch im Alter gut durch die Hitzewelle. Viele Betagte sind allerdings auf Hilfe angewiesen. Keystone

Lange liess der Sommer auf sich warten. Aber jetzt ist er da und wartet gleich mit rekordverdächtigen Temperaturen auf. Besonders für ältere Menschen kann dies gefährlich werden. Ihre Körper erhitzen sich schneller und trocknen schneller aus als bei Jungen.

In Alters- und Pflegeheimen achtet man dieser Tage deshalb besonders gut auf die Bewohnerinnen und Bewohner. Dies gilt auch für das Zentrum «Wohnen Pflege Altenberg» in Bern. Hitze könne für ältere Menschen rasch gefährlich werden, betont Leiter Daniel Aeschlimann von der Stiftung «diaconis». Denn im Alter lasse das Körper- und Durstgefühl nach. «Oft kleiden sich die Betagten auch zu warm oder vergessen ganz einfach, an den Schatten zu gehen.»

Bei dementen Menschen, die die Lage überhaupt nicht mehr einschätzen können, werden laut Aeschlimann auch Trinkmengen-Kontrollen durchgeführt. Dem erhöhten Salzverlust wird bei der Ernährung Rechnung getragen. Mit warmen, leicht gesalzte Suppen oder Bouillons. Dazu kühle, aber nicht kalte Getränke. Etwas Salz in den Orangensaft etwa sei ein Geheimtipp, erzählt Aeschlimann.

Mal anklopfen!

In gut geführten Alters- und Pflegeheimen ist in der Regel also dafür gesorgt, dass Hitzetage für hochbetagte Menschen nicht zur Qual oder gar zur Lebensgefahr werden.

Bei den vielen Single-Haushalten von älteren Menschen ist das nicht selbstverständlich. Abteilungsleiterin Elisabeth Hänni vom Pflegezentrum Altenberg unterstreicht, wie wichtig aufmerksame Angehörige und Nachbarn seien, die einmal anklopften und sich erkundigten.

Im Altenberg geht man laut Hänni möglichst ungezwungen mit dem Hitzeproblem um: «Man muss ein bisschen mutig sein. Auch ein 92-jähriger Mann kann Bermudas tragen. Und warum nicht einmal barfuss auf der Abteilung rumlaufen?»

Mit dem richtigen Gespür werden Hitzetage also auch für jene Menschen erträglicher, die sich nicht mehr mit einem Sprung ins kühle Nass erfrischen können.