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Happige Gebühren für Kontoauszüge
Aus Espresso vom 12.10.2021.
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Horrende Gebühren Postfinance-Kontoauszüge für 870 Franken

Weil ihr Drucker kaputt war, bestellte eine Kundin Kontoauszüge auf Papier – und bezahlte dafür Hunderte Franken.

In der Vergangenheit habe sie für die Nachbestellung der Kontoauszüge einmal etwa 30 Franken bezahlt, erinnert sich die «Espresso»-Hörerin. So überlegte sie nicht weiter, als sie über das E-Banking von Postfinance den Auftrag gab, ihr die Kontoauszüge von 2020 auf Papier zu schicken. Dass dies seit Sommer sehr viel mehr kostet, bemerkte sie erst später: «Als ich im E-Banking meinen Kontostand anschaute, wunderte ich mich, warum nur noch wenig Geld auf meinem Konto war. Da sah ich, dass mir 870 Franken für die Kontoauszüge abgebucht wurden.»

Zuerst glaubte die Rentnerin an ein Versehen: «Ich war überzeugt, dass da ein Fehler passiert sein musste. Vielleicht eine Null zu viel – 87 Franken hätte ich ja noch bezahlt.» Doch die Kundendienst-Mitarbeiterin von Postfinance erklärte der verdutzten Hörerin, dass ein gedruckter Kontoauszug seit Sommer 2021 fünf Franken koste. Postfinance hat der Kundin insgesamt 174 Dokumente für je fünf Franken zugeschickt.

Gebühren verschlingen halbe AHV-Rente

Als die «Espresso»-Hörerin hartnäckig bleibt, heisst es beim Kundendienst lapidar: «Sie haben die Bestellung online selbständig getätigt. Bei Onlinebestellung erscheint die Nachricht, dass Nachbestellungen kostenpflichtig sind und somit wurden Sie auch korrekt informiert. An der Belastung ist somit nichts zu ändern.»

Man hätte mich vor den hohen Kosten warnen können.
Autor: Postfinance-Kundin

Die Rentnerin ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, die 870 Franken verschlingen über die Hälfte ihrer AHV-Rente, umso mehr ärgert sie sich: «Man hätte mich vor den hohen Kosten warnen können. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich die Auszüge doch nie bestellt. Für 870 Franken hätte ich mir vier Drucker kaufen können.»

Postfinance will Hinweis auf Kosten verbessern

Dass der Hörerin so viel Geld für die Kontoauszüge verrechnet wurde, habe damit zu tun, dass sie bei ihrem Konto einen täglichen Kontoauszug hinterlegt habe, sagt Postfinance-Mediensprecherin Tatjana Guggisberg: «Bei einer Nachbestellung müssen wir uns an den Originaldokumenten orientieren. Bei einem täglichen Auszug im E-Banking werden auch die täglichen Auszüge nachbestellt. Wir können die Dokumente nicht einfach umstellen, damit es weniger kostet.»

Aufgrund dieses speziellen Falles haben wir unser Online-Bestellformular nochmals überprüft und werden dort noch besser auf die Kosten hinweisen.
Autor: Tatjana Guggisberg Postfinance-Mediensprecherin

Die Kundin sei zwar bei der Bestellung darauf hingewiesen worden, dass ein Dokument fünf Franken koste. Aber: «Aufgrund dieses speziellen Falles haben wir unser Online-Bestellformular nochmals überprüft und werden dort noch besser auf die Kosten hinweisen.» Und der Kundin hat Postfinance nach Intervention von «Espresso» die 870 Franken wieder gutgeschrieben.

Espresso, 12.10.21, 08:13 Uhr

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65 Kommentare

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  • Kommentar von Kurt Sieber  (Ks)
    Postfinance hat ein extrem unübersichtliches eBanking. Nur schon offene Zahlungen zu listen ist eine Expedition. UBS ist bei weitem übersichtlicher und logischer aufgebaut. Auch Raiffeisen ist noch besser. Ich verstehe nicht, wie so etwas schlechtes noch Verwendung findet.
    Vergleichen denn die Verantwortlichen ihre Produkte nicht?
    Jeder selber Schuld der noch mit Postfinance eBanking arbeitet...
    1. Antwort von Hans Fürer  (Hans F.)
      Merkwürdig, für mich ist das eBanking von Postfinance absolut übersichtlich und zufriedenstellend, wenn man sich einmal ein bisschen eingearbeitet hat, wie das bei andern Banken ja auch nötig ist.
  • Kommentar von Michael Fuchs  (mfuchs)
    Postfinance ist derart weit weg gerückt von jedem Service Public. So unsympathisch auf jeder Ebene, sei das bei Kontogebühren, Kreditkartenrechnungen, Auszüge, Kundenkontakte, App Handling. Ich bin daran, alle Konten von Postfinance wegzutransferieren, mir reicht's.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Postfinance.ch ist nicht Service Public.
    2. Antwort von Michael Fuchs  (mfuchs)
      Ähm...
      "Unter dem postalischen Service public wird oftmals das gesamte Leistungsangebot der Post verstanden. Effektiv gehört aber nur ein Teil davon zur Grundversorgung. Zum Grundversorgungsauftrag der Post gehören die landesweite Zustellung von adressierten Briefen und Paketen (...), Dienstleistungen des Zahlungsverkehrs (...).
      https://www.post.ch/de/ueber-uns/portraet/post-und-politik/service-public-fuer-die-schweiz
    3. Antwort von Dan Schreiber  (Dan_Schreiber)
      Gute Idee
      Habe ich bereits 2015 gemacht. Bank Cler ist da sehr einfach und das Zak-Konto ist erst noch kostenfrei.
  • Kommentar von Karl Kirchhoff  (Charly)
    Das e-Banking ist ja eigentlich erfunden worden, um von dem ganzen Papierkram wegzukommen.
    1. Antwort von Gerry Hess  (Hegard)
      Aber gerade ältere Generationen die ohne PC und Internet aufgewachsen sind,haben Angst vor dieser Technik