Hunderte Tote bei Unwettern in Südasien

Unwetter und Monsunregen haben in den vergangenen Tagen in Süd- und Südostasien über 180 Menschen in den Tod gerissen. Betroffen sind vor allem Indien, Pakistan, Nepal, Vietnam und Burma – in diesem Land alleine wurden über 200'000 Hektaren Ackerland vernichtet.

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Überschwemmungen und reissende Fluten in Südasien

0:38 min, vom 3.8.2015

Die Regenzeit in Asien hat sich in diesem Jahr für unzählige Menschen zum Fluch entwickelt. Hunderte Menschen in Burma, Indien, Pakistan, Nepal und Vietnam kamen durch Sturzfluten und Erdrutsche ums Leben.

In Indien starben nach Angaben der Behörden bislang mehr als 120 Menschen, über eine Million Bewohner mussten wegen der seit Juni anhaltenden Niederschläge in Sicherheit gebracht werden. Am schwersten betroffen war der Bundesstaat Westbengalen, dort starben in den vergangenen Tagen knapp 50 Menschen. Hunderttausende Bewohner aus mehr als 5500 Dörfern kamen in Notunterkünften unter. Im Bundesstaat Manipur suchten Rettungskräfte in einer Schlammlawine nach 20 vermissten Dorfbewohnern.

Dorf unter giftigem Schlamm begraben

Pakistan meldete mehr als 110 Tote, die Behörden von Nepal und Vietnam berichteten von Dutzenden Opfern. In der nordvietnamesischen Provinz Quang Ninh kämpften Einsatzkräfte weiter gegen giftigen Schlamm, der sich bei Starkregen rund um mehrere Kohleminen gelöst hatte. Ein Dorf war bis zu zwei Meter hoch von dem giftigen Gemisch bedeckt. Mindestens 23 Menschen starben.

Haus im Wasser Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In vielen Dörfern in Burma reicht das Wasser bis zu den Hausdächern. Reuters

Besonders dramatisch war die Lage in Burma, wo die Rettungsmannschaften Schwierigkeiten hatten, in die betroffenen Gebiete vorzudringen. Sintflutartiger Regen hatte dort in den vergangenen Tagen unzählige Erdrutsche und Springfluten ausgelöst. Sie zerstörten tausende Häuser, Äcker, Brücken und Strassen, viele Regionen hatten keinen Strom und keine Telefonverbindungen mehr. In einigen Orten reichte das Wasser bis zu den Hausdächern.

Viele Gebiete in Burma von Aussenwelt abgeschnitten

Bisherigen Angaben zufolge starben 46 Menschen, rund 200'000 Menschen sind insgesamt betroffen. Die Zahl der Opfer dürfte nach Angaben des UNO-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe weiter ansteigen, sobald die Helfer alle Gebiete erreicht haben und die Lage besser einschätzen können.

Die Behörden erklärten vier Provinzen im Zentrum und im Westen des Landes zum Notstandsgebiet, jedoch sind alle bis auf eine der 14 Provinzen von den Überschwemmungen betroffen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen drohen weitere Flüsse in den nächsten Tagen über die Ufer zu treten. UNO-Vertreter gehen davon aus, dass das ganze Ausmass der Katastrophe erst in mehreren Tagen deutlich wird.