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Umfassende Untersuchung Insektengifte schwächen vor allem Wildbienen

Legende: Audio Studie weist gehemmte Vermehrung bei Wildbienen nach abspielen. Laufzeit 01:03 Minuten.
01:03 min, aus SRF 4 News aktuell vom 30.06.2017.
  • Neonicotinoide sind eine bestimmte Klasse von Pestiziden.
  • In der Schweiz wurden sie vor allem zur Vorbehandlung von Saatgut für Raps und Mais benutzt, um die Pflanzen gegen Schädlinge zu schützen.
  • Doch seit 2013 herrscht in Europa und in der Schweiz ein Teilverbot für die drei wichtigsten dieser Neonicotinoide. Denn sie stehen im Verdacht, Honigbienen zu schaden.
  • Nun sind in der Zeitschrift «Science» zwei neue, umfassende Studien dazu erschienen.

So umfassend hat bis jetzt niemand die Insektengifte Neonicotinoide untersucht: Auf mehr als 40 Feldern in Deutschland, Ungarn, Grossbritannien und Kanada haben Forscher Hunderte von Bienenstöcken, Hummelkolonien und Einsiedlerbienen untersucht. Über Monate massen die Wissenschaftler, wie viel Neonicotinoide die Bestäuber über Pollen und Nektar aufnehmen und wie gesund und überlebensfähig die Tiere dabei blieben.

Die Resultate: Neonicotinoide schwächen die Vemehrungsfähigkeit insbesondere der Wildbienen, die wie die Honigbienen wichtig sind für die Bestäubung von Obstbäumen, Beeren und blühenden Kulturpflanzen wie zum Beispiel Raps.

Ausserdem schaden die Neonicotinoide deutlich stärker, wenn gleichzeitig andere Pestizide eingesetzt werden, wie beispielsweise Mittel gegen Pilzbefall.

Resultate trotz Mängeln aufschlussreich

Die Studien weisen aber auch ein paar Schwächen auf. So waren einige Bienenvölker erheblich mit einem Parasit befallen, was die Aussagekraft der Ergebnisse schmälert. Auch lassen sich die Anbaubedingungen in den untersuchten Ländern nur bedingt auf Schweizer Verhältnisse übertragen.

Dennoch helfen die Resultate, besser zu verstehen, was mit diesen potenten Insektengiften in der Umwelt passiert. Und sie belegen auch, dass bei deren Zulassung auch die empfindlicheren Wildbienen mitbeachtet werden sollten.

Die Studien erscheinen zu einem spannenden Zeitpunkt: Bis Ende Jahr muss in der Schweiz entschieden werden, ob die drei wichtigsten Neonicotinoide für die präventive Behandlung von Saatgut verboten bleiben oder wieder erlaubt werden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
    Schon vergangenes Jahr viel mir bei den Wanderungen über Klee- und Wildblumenwiesen auf, wie wenig Bienen es gegenüber früher hatte. Mal eine zu sehen, ist schon eine richtige Seltenheit. Und dieses Jahr verhält es sich ähnlich wie 2016.
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  • Kommentar von Mike Steiner (M. Steiner)
    Die schweizer landwirte können mich langsam, aber sicher mal! Milchseen und butterberge prodizieren, und die agrargüter mit chemie aus dem boden pressen. Mein geändertes abstimmungsverhalten sei euch ab heute gewiss. Nur bio-bauern haben noch mein uneingeschränktes wohlwollen.
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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Mir scheint, dass die schweizer Bauern Weltmeister im Spritzen sind, wenn ich sehe was bei uns im Dorf abgeht. Da schwillt einem der Kamm. Kaufe wann immer möglich Bio!
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