ISS: Russisches Raumschiff nach Pannenflug angedockt

Gerade mal sechs Stunden hätte die Reise dauern sollen. Zur internationalen Raumstation ISS. Im russischen Raumschiff Sojus. Eine Computerpanne machte den drei Raumreisenden einen Strich durch die Rechnung. Nach zwei Tagen schliesslich ist das Andockmanöver an die ISS doch noch gelungen.

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Sojus: Vom Start bis zum Andocken in 60 Sek. (unkommentiert)

0:51 min, vom 28.3.2014
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ISS-Position – Live

Kartenausschnitt

astroviewer.net

Dynamische Google-Karte. Das sähen die Astronauten in der ISS im Moment, wenn sie sich der Erde zuwenden würden – und es überall schönes Wetter wäre.

Die Erleichterung ist den Männern anzusehen. Mit zwei Tagen Verspätung haben zwei russische Kosmonauten und ein US-Astronaut die Internationale Raumstation ISS erreicht.

Die Sojus-Kapsel mit den Männern an Bord machte in der Nacht zum Freitag am Aussenposten der Menschheit in gut 400 Kilometern Höhe fest. Dies teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Es ist der Eigenwilligkeit eines russischen Computers geschuldet, dass der geplante sechsstündige Kurztrip zur zweitägigen Odyssee verkam.

«Keine Gefahr für die Raumfahrer»

Knapp drei Stunden nach dem Andocken schwingen die schweren Luken auf. Zuvor haben die Raumfahrer während drei Stunden die Sicherheitssysteme gecheckt.

Der Rest nimmt sich aus, wie eine ganz gewöhnliche Ankunft: Die Russen Alexander Skworzow und Oleg Artemjew sowie der US-Amerikaner Steve Swanson klettern in die ISS. Dort werden sie von ihren Kollegen Koichi Wakata (Japan), Michail Tjurin (Russland) und Rick Mastracchio (USA) freudig empfangen.

Blick auf die Raumstation ISS. Im Hintergrund das helle Blau der Erdkugel mit kleinen Wölklein. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Russische Fahrplanprobleme: Aus sechs Stunden werden zwei Tage Flugzeit bis zur Raumstation ISS. Keystone

Sowohl Roskosmos als auch die US-Raumfahrtbehörde Nasa betonen, dass die Besatzung trotz des Fehlers stets in Sicherheit gewesen sei. Die Panne habe keine Auswirkungen auf künftige Missionen.

Ende Mai soll auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst vom Weltraumbahnhof Baikonur aus mit einer Sojus in knapp sechs Stunden zur ISS fliegen. Ob Gerst nach den Erlebnissen seiner Kollegen ein gutes Buch auf den Weg mitnimmt, ist nicht überliefert.