Kim Jong Un – per Dekret zum «alleinigen» Führer

Der Personenkult um die Kim-Dynastie gehört in Nordkorea zur Staatsräson. Eine gleichsam göttliche Abstammung wurde bereits Kim Jong Il nachgesagt. Jetzt fand das Regime in Pjöngjang einen Weg, den Machtanspruch des jüngsten Sprösslings, Kim Jong Un, zu zementieren: Sein Name wird «verstaatlicht».

Kim Jong Un bei einem Raketentest im July 2014 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Über allem wacht das Regime, auch der Namensgebung. Kim Jong Un bei einem Raketentest. Reuters

Staatsmonopole gehören im stalinistischen Nordkorea zum Parteiprogramm. Doch nun treibt der Allmachtsanspruch des Regimes seltsame Blüten: Nordkoreas Bürger dürfen nicht mehr den Namen des Machthabers Kim Jong Un tragen. Wer so heisst, müsse den Namen ändern – berichtet eine südkoreanische Rundfunkstation. Dem Sender liege dazu ein «internes Dokument» des nordkoreanischen Militärs vor. Eltern sei es zudem verboten, an Neugeborene den Vornamen Jong Un zu vergeben.

Die Anordnung in der abgeschotteten Diktatur dürfte – zwangsweise – die Phantasie frischgebackener Eltern beflügeln: «Kim» ist einer der verbreitetsten Namen auf der koreanischen Halbinsel. Kreativität dürfte dereinst auch beim Regime gefragt sein: Un Jongs Vater, Kim Jong Il, wird als «Grosse Sonne der Nation» verehrt. Eine kosmische Monopolstellung, die konkurrenzlos scheint.