Pharmakonzern in Kritik Milliardenstrafe wegen defekter Hüftimplantate

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson muss Schmerzensgeld zahlen. Der Grund: defekte Hüftimplantate.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pharmakonzern Johnson & Johnson hat in den USA eine Strafe von einer Milliarde Dollar aufgebrummt bekommen – wegen defekter Hüftimplantate.
  • Die Implantate wurden auch in der Schweiz vertrieben.
  • Wie viele Patienten hierzulande betroffen sind, ist unklar.

Die Milliardensumme wurde mehreren Klägern aus Kalifornien zugesprochen. Bei ihnen war nach dem Einsatz der Implantate Gewebe abgestorben, es kam zu Knochenerosion und weiteren Schädigungen. Der Konzern und seine Orthopädie-Tochter hatten jegliches Fehlverhalten bestritten.

Wider besseren Wissens

Das Bundesgericht in Texas sah es nun aber als erwiesen an, dass Johnson & Johnson von den Mängeln der Implantate wusste, aber weder Ärzte noch Patienten ausreichend über die Risiken informiert hatte.

Konkret handelte es sich um ein Produkt namens «Ultamet Metal-on-Metal». Eine Sprecherin von Johnson & Johnson bestätigte der Nachrichtenagentur sda, dass die betroffenen Implantate auch in der Schweiz vertrieben wurden. Wie viele Menschen in der Schweiz ein solches Implantat mit sich herumtragen, ist derzeit noch nicht klar. Insgesamt ist Johnson & Johnson mit mehr als 8000 Klagen konfrontiert.