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Panorama MTV European Music Awards: Green Day und der «American Idiot»

Auch die EMA's kommen nicht am US-Wahlkampf vorbei. Die Punkrocker von Green Day werfen bei der Preisvergabe einen zynischen Blick auf ihr Land vor der Wahl. In Rotterdam steht sonst wie gewohnt Justin Bieber im Fokus. Ausgerechnet in der wichtigsten Kategorie aber verliert er.

Legende: Video EMAs 2016: Greenday mit politischer Botschaft abspielen. Laufzeit 2:53 Minuten.
Aus News-Clip vom 07.11.2016.

Bei der Verleihung der European Music Awards kam das Beste zum Schluss. Die Punkrock-Band Green Day nutzte ihren Auftritt am Ende der Show für eine politische Botschaft. Sie seien sehr froh, dass sie die USA verlassen und damit dem «entsetzlichen Wahlkampf» entkommen konnten, sagte Leadsänger Billie Joe Armstrong. «Die USA erleiden gerade einen grossen kollektiven Herzinfarkt.»

Die Band erhielt den «Global Icon Awards», weil sie seit über 20 Jahren Musikgeschichte geschrieben hätten. Anschliessend spielten sie ihren Hit «American Idiot».

Rekord für Bieber mit Makel

Der grosse Gewinner hiess erneut Justin Bieber. Der 22-Jährige erhielt in Rotterdam drei EMAs und ist nun mit insgesamt 22 Trophäen erfolgreichster Künstler der Preisverleihung.

Doch auch der erfolgsverwöhnte Bieber erlitt eine Niederlage. Sein 18-jähriger Landsmann Shawn Mendes (2 EMAs) stiess ihn vom MTV-Thron als bester männlicher Künstler. In den vergangenen sechs Jahren hatte Bieber diesen Preis gewonnen. Kleiner Trost: Biebers Hit «Sorry» wurde zum besten Song gekürt und gewann auch noch den Preis für die grösste Fangemeinde.
Beste weibliche Künstlerin wurde Lady Gaga, die auf einer Videobotschaft ein neues Album versprach. Die Schwedin Zara Larsson gewann die Trophäe in den Kategorien beste neue Künstlerin und «Best Worldwide Act».

Best Swiss Act wurden Chlyklass. Die 11-köpfige Berner Hip-Hop-Band hatte in ihrer Sparte kräftigen Gegenwind: Nominiert waren neben ihnen Bastian Baker, Bligg, Nickless und Damian Lynn.

Kein Preis für Beyoncé

Für einige Favoriten war die Gala eine Enttäuschung. Die Top-Gesetzte Beyoncé, die wie Bieber fünfmal nominiert worden war, ging leer aus. Auch der britische Superstar Adele, viermal nominiert, erhielt bei der Gala in der niederländischen Hafenstadt keinen Preis.
Überraschende Sieger waren Shawn Mendes, das US-Duo Twenty One Pilots und der niederländische DJ Martin Garrix mit je zwei Auszeichnungen.

Lila Preise im Gedenke an Prince

Die Sängerin und Songschreiberin Bebe Rexha («In the Name of Love») aus den USA hatte das Spektakel aus der Rotterdamer Konzerthalle Ahoy in stets wechselnden Roben präsentiert. Weltweit erlebten Millionen Fans live eine atemberaubende Show.

Auf schwebenden Bühnen traten unter anderem die Rockbands Kings of Leon und OneRepublic auf. Live dabei waren auch die Sänger Bruno Mars, Shawn Mendes, DNCE, The Weeknd und Lukas Graham.

Die Trophäe des Musiksenders war in diesem Jahr knall-lila – eine Verbeugung für Prince («Purple Rain»), der im April gestorben war. «Prince war ein Genie», sagte Bebe Rexha. «Er wird immer Mitglied der MTV-Familie bleiben.»

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1 Kommentar

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  • Kommentar von M. Roe (M. Roe)
    Auch dieser Wettstreit ist zu einem politischen Debakel verkommen. Unseriöse Punker und aufwiegelnde, tätowierte Rapper die für eine verruchte Welt mit legalen Drogen kämpfen, ebnen dem politischen Establishment den Weg. Denn nichts ist einfacher als die Herrschaft über ein kopfloses und verruchtes Volk ohne Werte.
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