Neues Gesicht von Frankreichs «Marianne» sorgt für Unmut

Die neue Briefmarke der französischen Nationalfigur «Marianne» gibt zu reden. Der Künstler Olivier Ciappa hat sich von einer Femen-Aktivistin inspirieren lassen – und hat damit den Zorn der Christdemokratischen Partei auf sich gezogen. Sie hat zum Briefmarken-Boykott aufgerufen.

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Die neue «Marianne» kommt aus der Ukraine

1:31 min, aus Tagesschau vom 17.7.2013

Frankreichs Nationalsymbol «Marianne» sorgt für Ärger: Auf der neuen Briefmarke ist nicht etwa ein hübsches, französisches Gesicht abgebildet, sondern die ukrainische Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko hat Künstler Olivier Ciappa inspiriert.

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Bildlegende: Erst kürzlich enthüllte Präsident Hollande die neue «Marianne»-Briefmarke – nun sorgt sie bereits für Missstimmung. Keystone

«Marianne» habe für Gleichstellung und Freundschaft gekämpft. «Das sind die Werte von Frankreich», sagte Ciappa. Und es seien die Werte von Femen: «Irgendwie war ‹Marianne› die erste Femen-Aktivistin.»

Schewtschenko sagte: Sie sei stolz, «das neue Symbol der modernen Interpretation von ‹Marianne› zu sein». Sie sei geehrt, dass die Frau auf der Briefmarke eine Blumengirlande in ihrem Haar habe. Diese würden Femen-Aktivistinnen oft tragen.

Hingegen hat die konservative Christdemokratische Partei zu einem Briefmarken-Boykott aufgerufen. Die Post solle die Briefmarke zurückziehen; sie «beleidige die Würde der Frauen und Frankreichs Souveränität», heisst es auf der Partei-Webseite.