Notstand in Kalifornien wegen Buschbränden

Mehrere Feuer bedrohen im US-Bundesstaat Kalifornien zahlreiche Häuser und Wohnungen. Tausende Menschen fürchten um ihren Besitz, nachdem sich die riesigen Buschbrände südöstlich der Hauptstadt weiter ausgebreitet haben.

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Tausende fliehen vor Waldbränden

0:58 min, aus Tagesschau am Mittag vom 13.9.2015

In Kalifornien weiten sich die Wald- und Buschbrände aus. Mehrere Orte mussten am Wochenende evakuiert werden, wie der Sender CNN berichtete.

Bei ihrem Kampf gegen die Flammen des «Valley Fire» rund 185 Kilometer westlich der Landeshauptstadt Sacramento wurden dem Bericht zufolge vier Feuerwehrleute verletzt. Sie waren am Samstag mit Verbrennungen zweiten Grades ins Krankenhaus gebracht worden. Der Brand habe sich bis zum Samstagabend auf eine 100 Quadratkilometer grosse Fläche ausgeweitet.

Über 3000 Feuerwehrleute im Einsatz

Südöstlich der Landeshauptstadt Sacramento hatten sich die Brände auf einer Fläche von über 260 Quadratkilometern ausgebreitet. Bislang sind laut CNN mindestens 85 Wohngebäude und 50 Wirtschaftsgebäude zerstört worden. Mehr als 6000 Häuser seien weiterhin von den Flammen bedroht. Gouverneur Jerry Brown hat für die hügelige Region den Notstand ausgerufen, um auf diese Weise schnell Hilfe zu mobilisieren. Mehr als 3000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen an.

Feuerwehrleute vor brennendem Buschwerk Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Riesige Flächen sind bereits in Asche gelegt worden. In dem kalifornischen Gebiet herrscht der Notstand. Reuters

Auch in der Region der Sequoia- und Kings-Canyon-Nationalparks wüten Brände, die bereits Ende Juli durch Blitzschläge entfacht worden waren. Das sogenannte Rough Fire ist erst zu einem Drittel unter Kontrolle. Es bedroht auch Kaliforniens berühmte Mammutbäume in der von vielen Touristen besuchten Grant Grove.

Anhaltende Dürre

Kalifornien leidet bereits seit dem vergangenen Jahr unter einer Jahrhundertdürre. Nach Ausbleiben von Winterregenfällen zwei Jahre hintereinander sind die Wasservorräte in Flüssen und Stauseen auf einen Tiefstand gesunken. Gouverneur Brown hatte wegen der Naturkatastrophe im April Zwangsmassnahmen zum Drosseln des Wasserverbrauchs erlassen – viele Bürger rebellieren jedoch gegen die strengen Auflagen.

Die Wasserknappheit hat dem Bericht zufolge auch Wasserdiebe auf den Plan gerufen. Der Wasserraub ist nur ein Symptom eines tiefergehenden Problems, das die Wasserversorgung Kaliforniens ernsthaft bedroht: Die Grundwasser-Entnahme wird nicht zentral dokumentiert, und sie ist kaum kontrollierbar.