Zum Inhalt springen

Header

Audio
Tanzender Hochdruckschlauch sorgt für teure Dellen
Aus Espresso vom 20.11.2019.
abspielen. Laufzeit 04:39 Minuten.
Inhalt

Panne in der Waschanlage Tanzender Hochdruckschlauch sorgt für teure Dellen

Ein Hochdruckschlauch macht sich in einer «Stützliwäsche» selbstständig. Die Folge: Teure Beulen am Wagen. Wer zahlt das?

Es ist eine schräge Szene, die sich in einer Selbstbedienungs-Autowaschanlage im St. Galler Rheintal abspielt: Nachdem der Kunde das Geld eingeworfen und den Startknopf gedrückt hat, löst sich der blaue Hochdruck-Schlauch wie von Zauberhand aus der Halterung und beginnt wie ein Berserker in der Box auf und ab, hin und her zu schlingern. Der Kunde fährt danach den Wagen raus, drückt erneut den Startknopf und dokumentiert die Szene auf Video.

Video
Zuschauer-Video: Spritzpistole macht sich selbstständig.
Aus Kassensturz vom 19.11.2019.
abspielen

Betreiber schiebt Schuld auf Kunden ab

Die Folge: Dellen am Auto. Kostenpunkt: Über 2500 Franken. Ein Fall für die Betriebshaftpflicht-Versicherung des Betreibers. Doch dieser – ein Mann aus der Region, der nur diese Anlage mit fünf Waschboxen führt – will nichts davon wissen. So etwas sei in all den Jahren, in denen er diese Anlage führe, noch nie passiert.

Der Betreiber schiebt die Schuld daher auf den Kunden. Dieser habe die Anlage falsch manipuliert. So etwas sei noch nie passiert. Der Kunde, von Beruf Ingenieur, weist die Anschuldigung von sich. Er habe sein Auto schon x-fach dort gewaschen, erzählt er dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Für ihn ist klar: «Die Lanze darf sich im Normalfall nicht von alleine aus der Führung lösen.»

Fachleute sehen den Betreiber in der Pflicht

Und genau deswegen, wäre in diesem Fall eigentlich auch der Betreiber der Anlage haftbar, sagen Rechts- und Versicherungsexperten. «Wenn ich in so eine Anlage hineinfahre, kann ich erwarten, dass sie ungefährlich ist», sagt SRF-Rechtsexpertin Gabriela Baumgartner. Auch für Versicherungsexperte Ruedi Ursenbacher ist es nicht sauber, wie sich der Betreiber dieser Waschanlage aus der Affäre zieht. Was dem Kunden passiert sei, liege klar ausserhalb des «courant normal».

Der Kunde hat den Fall unterdessen seiner Versicherung gemeldet und sitzt nun auf einem Selbstbehalt von 1000 Franken. Die SRF-Rechtsexpertin empfiehlt: Nochmals mit dem Betreiber reden, ansonsten allenfalls auf dem Rechtsweg um Schadenersatz streiten.

Bei neuem Test kein tanzender Schlauch mehr

Ob er soweit gehen will, weiss der Kunde noch nicht. Vor wenigen Tagen kehrte er aber nochmals in dieselbe Box zurück. Offensichtlich wurde der Schlauch zumindest teilweise erneuert – und diesmal gab es keinen wilden Tanz. Das Ding blieb schön brav solange in der Halterung, bis man es herauszog.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Der Mann hatte sein Auto ja schon einige Male dort gewaschen und nix ist passiert. Demnach kann er davon ausgehen, dass es immer so funktioniert. Oder gibt es dort eine anderlautende Bedienungsanleitung für Erstkunden?

    Frage mich auch: War vor ihm niemand in dieser Boxe und nachher auch nie mehr jemand? Sonst hätten ja noch etliche andere, entsprechend "bearbeitete" Fahrzeuge.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Wer den Startknopf drückt bevor er den Schlauch in der Hand hat dem fehlt gesunder Menschenverstand und er soll auch den Schaden selber berappen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Peter P. Odermatt  (Peter P. Odermatt)
      Man MUSS zuerst den Startknopf drücken. Anders geht es nicht.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von martin blättler  (bruggegumper)
    Mit dem Einwerfen der Münze beginnt die Pumpe zu laufen
    und baut Druck auf,da darf noch gar nichts passieren.Mit dem
    Betätigen des Handgriffs kommt der Strahl,mit dem Gegenmoment.
    Wenn der Schlauch,ohne den Griff zu betätigen,tanzt,ist entweder
    der Griff blockiert,was nicht passieren darf,oder der Schlauch ist
    komplett abgerissen.Beides ist kein Fehler des Kunden,diese Anlage
    ist nicht betriebssicher und ein Fall für eine Prüfstelle.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen