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Ausgezeichneter Journalismus Pulitzer-Preise für «Panama Papers» und Trump-Berichte

  • Fast genau ein Jahr ist es her, dass die «Panama Papers» ans Licht kamen: Jetzt ist diese journalistische Enthüllung mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden.
  • Den Preis für «erklärende Berichterstattung» bekamen demnach das Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (Washington), der US-Medienkonzern McClatchy (Sacramento) und die Zeitung «Miami Herald».
  • Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderen die «Washington Post» und das «Wall Street Journal» ausgezeichnet.
  • Die Pulitzer-Preise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gelten als die bedeutendsten Auszeichnungen im Journalismus.

Die Enthüllung der «Panama Papers» und die Berichterstattung mehrerer Medien zu US-Präsident Donald Trump sind mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnet worden.

Für die «Panama Papers» bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der «Miami Herald» den Preis für «erklärende Berichterstattung», wie die Organisatoren mitteilten.

Auch die Schweizer ICIJ-Partner «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche» sowie die «Süddeutsche Zeitung» waren an der Enthüllung beteiligt gewesen. Allerdings zeichnen die die Pulitzer-Preise nur US-amerikanischen Journalismus aus. Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride: «Es ist keine Frage, dass dies ein viel grösseres Projekt war»

Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200'000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution.
Autor: Mike PrideVorsitzender des Pulitzer-Preis-Gremiums

Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderen die «Washington Post» und das «Wall Street Journal» ausgezeichnet. Reporter David Fahrenthold von der «Washington Post» hatte über den geheimen Videomitschnitt aus dem Jahr 2005 berichtet, in dem der Immobilienmogul und heutige US-Präsident sich mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen brüstete. Ausserdem recherchierte er zu Trumps Selbstdarstellung als grosszügiger Spender für wohltätige Zwecke, die sich als vielfach unwahr herausstellte.

Den Preis in der Königskategorie «Dienst an der Öffentlichkeit» gewannen die Lokalzeitung «New York Daily News» und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe «ProPublica» für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

«Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution», sagte Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internet völlig neue Mittel zur Verfügung, und sie nutzten sie gewinnbringend.

Die Pulitzer-Preise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Diese Vergabe zeigt das tiefe Niveau und das verwechseln von Sensationsgier mit Journalismus.Es gibt zum Glück noch echte Journalisten aber die werden beiseite,weil unbequem,gedrängt.Leider herrscht bei der Mehrheit noch "Bild dir keine Meinung".
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    1. Antwort von Henri Jendly (Henri Jendly)
      @Gerschler: es scheint Ihnen Mühe zu bereiten, einzusehen, dass letztlich die ganzen Trump-Stories doch nicht so falsch waren! Wie die heutige Situation belegt, ist es schlimmer als man damals angenommen hatte. Diese Journalisten setzen sich einem enormen Risiko aus, was den Preis mehr als rechtfertigt. Oder erklären Sie sich: ist für Sie das Aufdecken von Fehlleistungen der Mächtigen wirklich nicht erstrebenswert? Das ist nämlich genau die Aufgabe der vierten Gewalt! Gott sei dank gibt es sie.
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