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Playstation-5-Chaos: Gefrustete Fust- und Mediamarkt-Kunden
Aus Espresso vom 14.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
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Riesen-Ansturm Kunden-Ärger nach Playstation-Aktion von Fust und Mediamarkt

Selbst Kunden, die ein Gerät bestellt und bezahlt hatten, gingen nach dem Verkauf Anfang Dezember leer aus.

Als Sony eine neue Version seiner Spielkonsole ankündigte, zeichnete sich ein grosser Ansturm ab. Beim Verkaufsstart im November war die Konsole auch in der Schweiz innert kürzester Zeit ausverkauft. Doch wie gross das Interesse an der Playstation 5 wirklich ist, zeigte sich erst, als Fust und Mediamarkt am Vorabend auf den 3. Dezember hin Nachschub versprachen.

Die beiden Elektronikhändler boten die Konsolen dann nur in den Online-Shops an – und die allermeisten Kunden gingen leer aus. Selbst wem es gelang, ein Gerät online in den Warenkorb zu stellen, bekam kurz darauf die Nachricht, die Geräte seien mittlerweile ausverkauft.

Zuerst Freude – dann Frust

Doch es gab sie, die glücklichen Gamer oder die, die sich im Besitz des perfekten Weihnachtsgeschenks wähnten. Beim SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» haben sich mehrere Fust- und Mediamarkt-Kunden gemeldet, die am 3. Dezember eine Playstation 5 bestellt und bezahlt haben.

Nur wenige Tage später dann aber die Ernüchterung: Die Händler teilten ihnen mit, dass der Vorrat doch nicht reicht und sie das Geld zurückerhalten würden. «Espresso» weiss von einer Kundin, die zwar den extra erstandenen Controller bekam, kurze Zeit später jedoch erfuhr, dass sie diesen nicht gebrauchen kann – weil sie keine Konsole erhält.

Die Bestellversuche waren um ein Vielfaches höher, als Konsolen verfügbar waren und haben alles bisher Gekannte übertroffen.
Autor: Stella ZecoSprecherin Mediamarkt

Die Kundin könne den Controller problemlos zurückgeben, erklärt Mediamarkt auf Anfrage von «Espresso». Dies auch weil noch unklar ist, wann wieder Konsolen in den Verkauf kommen. Dass die Aktion am 3. Dezember nicht reibungslos verlaufen ist, weiss der Elektronikhändler selber.

Sprecherin Stella Zeco schreibt: «Wir verstehen den Ärger und die Enttäuschung dieser Kunden nur zu gut. Sie haben sich darüber gefreut, eine [...] Playstation noch vor Weihnachten für sich oder ihre Kinder zu erhalten. Aber der Andrang auf den Online-Shop war wirklich enorm: Die Bestellversuche waren um ein Vielfaches höher, als Konsolen verfügbar waren und haben alles bisher Gekannte übertroffen.»

Riesige Nachfrage – wenige Geräte

Wie viele Geräte bei den einzelnen Händlern zur Verfügung standen und wie viele Bestellungen dafür eingegangen sind, dürfen sie nicht preisgeben – doch 70'000 Kunden hätten sich vorgängig für einen entsprechenden Newsletter angemeldet, erklärte die Mediamarkt-Sprecherin auf Anfrage.

Entsprechende Zahlen gibt Konkurrent Fust nicht heraus. Doch wahrscheinlich war der Ansturm ähnlich gross. Auch hier war es kaum möglich, eines der Geräte zu erhaschen. Und auch bei Fust mussten Kunden nachträglich enttäuscht werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir leider keine Kenntnis von einer weiteren Lieferung.
Autor: Stella ZecoSprecherin Mediamarkt

Was ist schiefgegangen, dass die Kunden überhaupt bestellen und bezahlen konnten? Mediamarkt erklärt, dass es aufgrund des Andrangs «kurzfristig zu einem technischen Problem gekommen ist und deshalb zu viele Bestellungen verarbeitet wurden.» Wer zuerst bestellt hat, wurde am Schluss berücksichtigt – alle anderen mussten enttäuscht werden: «Da wir kein Lieferdatum vor Weihnachten zusichern können, haben wir entschieden, diese überzähligen Bestellungen nicht pendent zu halten, damit die Kunden ihr Geld sofort wieder zurückbekommen.»

«Nicht vor Weihnachten» ist dabei wohl eine arg optimistische Umschreibung der Lieferengpässe des japanischen Elektronikgiganten Sony. Mediamarkt schreibt weiter: «Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir leider keine Kenntnis von einer weiteren Lieferung.» Klar ist: Bei einem nächsten Online-Verkauf würde man das Prozedere anpassen.

Espresso, 14.12.2020, 08:13 Uhr

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Spreter  (aspre)
    Vergangenen Sommer fuhr ich mit dem Velo bei herrlichstem Wetter an einem Bach entlang und sah, wie dort einige KInder quietschvergnügt spielten. Auf der anderen Strassenseite rief eine Mutter aus dem Fenster :" ..... kumm uffi Konsole spielen". Tieftraurig und resigniert fuhr ich weiter.
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  • Kommentar von Ueli von Känel  (uvk)
    Was für ein Luxusproblem in einer komplett verwöhnten, übersättigten Gesellschaft! Weniger wäre mehr - mehr innere Lebensqualität und weniger mutwillige Gesellschaftsüberhitzung und weniger Gesellschaftseutrophie!!
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    1. Antwort von Benjamin Wiedmer  (Benini)
      Luxusprobleme existieren nicht. Das ist eine neidische Aussage. Probleme sind subjektiv, für Person A kann es durchaus ein Problem darstellen und für Person B nicht. Das heisst nicht, dass Person A nicht entsprechend "empfindet". Für diejenige Person ist das Problem also real und empfindbar. Diese Beispiel können wir auf jeden und alles ummünzen. Sie werden für sich etwas als Problem bezeichnen, wo für mich keines darstellen würde, aber für Sie ist das Problem wiederum real .
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  • Kommentar von Peter Müller  (PeMu)
    Wenn ich die genannten Beträge der Geschenke für die Kleinen kaufkraftbereinigt auf meine Kindheit zurückrechne, wird mir fast etwas unwohl. Nun, wenn die Station derart schwer erhältlich ist, können sich betroffene Eltern ja alternativ schon mal mit dem soeben erschienenen 600-Stutz-Kopfhöhrer befassen, den bald alle Kids haben werden wollen. Wobei dieser bereits ebenso rar oder noch schwieriger zu ergattern ist. Also; Vorsicht beim Bestellen, sonst erhaltet ihr bloss das Ladekabel geliefert…
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