Schaufensterpuppen spionieren Kunden aus

Mehrere führende Modeketten spionieren ihre Kunden offenbar mit Hilfe von Schaufensterpuppen aus. In deren Augen sind Kameras. Eine Gesichtserkennungssoftware stellt anhand der Bilder Alter, Geschlecht und Ethnie der Kunden fest und wertet sie statistisch aus.

Schaufensterpuppe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Alter, Geschlecht, Rasse – Schaufensterpuppen beobachten Kunden. keystone/symbolbild

Die Modefirmen würden dank der Daten ihre Auslagen und ihr Personal gezielter an die Kundschaft anpassen, heisst es in einem Bericht der «Berliner Zeitung». Hersteller des so genannten «EyeSee-Mannequins» ist das italienische Unternehmen Almax.

Almax-Geschäftsleiter Max Catanese sagte, in Europa und den USA würden vor allem Modeketten mit grossen Filialen bereits mit den Überwachungspuppen arbeiten.

Keine Angaben zur Schweiz

Seit Dezember 2011 habe Almax mehrere Dutzend Exemplare der 4000 Euro teuren Puppen ausgeliefert. Noch einmal so viele seien bestellt. Eine Speicherung des Bildmaterials selbst ist nicht vorgesehen.

Ob «EyeSee-Mannequins» auch in die Schweiz verkauft wurden, wollte Catanese nicht sagen. Das Unternehmen, das hauptsächlich ganz gewöhnliche Schaufensterpuppen verkaufe, habe aber auch hierzulande Kunden.

Keine Bedenken wegen Datenschutz

Datenschutzrechtliche Bedenken hat der Hersteller nicht. «Natürlich werden einige Kunden den Gedanken zunächst unangenehm finden, von den Puppen beobachtet zu werden», sagt Max Catanese.

Doch dazu gebe es keinen Grund. «Die Puppen rufen ja nicht meine Freundin an, wenn ich an einem Geschäft vorbei gehe.»