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Panorama Schon laufen die ersten Schneekanonen – und das aus gutem Grund

Noch geniessen viele Schweizer die Herbstferien in warmen Regionen und denken kaum ans Skifahren. Doch mancherorts in den Bergen laufen bereits die ersten Schneekanonen, so etwa in Davos Klosters. Was für einige irritierend ist, ist für die Verantwortlichen in den Berggebieten klar wirtschaftlich.

Legende: Video Schneekanonen schon in den Herbstferien abspielen. Laufzeit 04:44 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 10.10.2016.

Sonntagabend und in der Nacht auf Montag ist in der Schweiz erstmals etwas Schnee gefallen. Vor allem in Graubünden. Noch ist die Menge gering und lässt noch nicht gerade an die Skisaison denken. Trotzdem laufen mancherorts bereits die Schneekanonen. So etwas im Skigebiet Davos Klosters.

Hochlandrinder stehen im Schnee, dahinter Strasse und Berg
Legende: Der erste Schnee ist gefallen: Rinder bei Davos. Keystone

Die Bedingungen für die Produktion von Kunstschnee sind in Davos derzeit ideal. Oberhalb von 2000 Metern wurden tagsüber minus 4 Grad gemessen. Diese tiefen Temperaturen kommen den Verantwortlichen der Bergbahnen sehr entgegen. 75 der insgesamt 170 Schneekanonen wurden deshalb in Betrieb gesetzt.

Schnee auf Depots

Damit schaffe man jetzt die Grundlagen, um die Skisaison von Mitte November bis Ende April zu sichern, erklärt Markus Good, Betriebsleiter der Bergbahnen Davos Klosters. «Wir nutzen die tiefen Temperaturen, um den Schnee auf Depots zu produzieren. Sobald stabile Temperaturen herrschen, können wir den Schnee verteilen und die Piste aufbauen.»

Auch bei Temperaturanstieg nicht für die Katz'

Die Produktion von Kunstschnee braucht sehr viel Energie – rund 30 Prozent des gesamten jährlichen Energieverbrauchs der Bergbahnen Davos Klosters gehen auf das Konto der Schneeproduktion. Dennoch ist es wirtschaftlich, wie Good betont. «Nebst uns Bergbahnen ist auch die gesamte Hotellerie im Ort abhängig vom (technischen) Schnee.» Im Winter würden 95 Prozent des Gesamtumsatzes erwirtschaftet. Grund genug, um grünen Hängen während der Skisaison vorzubeugen.

Noch ist es aber erst Mitte Oktober und laut Meteorologen wird das Wetter bereits ab Freitag wieder milder. Auf dem Weissfluhjoch, auf fast 2700 Metern über Meer, soll es bis dann wieder Temperaturen um die 5 Grad geben. Trotzdem sei die Arbeit nicht für die Katz', meint Good. Denn: «Der Schnee ist auf Depot und bleibt dort, bis wir wieder im tieferen Temperaturbereich sind.» Bestimmt werde es gewisse Verluste geben, doch diese seien absolut kalkulier- und verantwortbar.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Wenn im Sommer die Gewässer für Badende nicht warm genug sind, könnte man Tauchsieder einsetzen.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Stromsparen ist angesagt, nicht aber auf den Skipisten. Grenzt das nicht an blödsinnigen Irrsinn, noch bevor der erste Schnee gefallen ist, Schneekanonen in Betrieb zu setzen? ich meinte, die Schneekanonen sollten erst bei Bedarf, also wenn Schneemangel herrscht, eingesetzt werden. Es könnte ja sein, dass wir einen harten, schneereichen Winter erleben, der die Schneekanonen überflüssig macht. Also verschleudert den Strom nicht zu früh!
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    1. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nun, im Sommer werden mittlerweile in vielen Badeanstalten & Badecentren die Schwimmbecken beheizt. Und ab letzter Woche, mit noch fast sommerlichen Temparaturen wurden die Kunsteisbahnen eröffnet & Eishockey wird auch schon ab Spätsommer/Frühherbst gespielt. Ist auch Stromverschleuderung.
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    2. Antwort von W Streuli (Wernu)
      ®Frau Zelger, nach meiner Ansicht sollte man gar keine Schneekanonen mehr einsetzen, denn es ist schon schlimm genug, wie krass der Raubbau an der Natur in den Bergen vorangeschritten ist. Jetzt hat man die Quittung davon, nämlich eine "hochstellirisierte" Infrastruktur, die nur dank techn Hilfsmittel überleben kann.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    ...und weiter geht die Zerstörung mit Salz und Chemie der Natur und der Tierwelt! Alles aus egoistischen, skrupellosen, habgierigen Wirtschaftsgründen!! Die Zukunft der nächsten Generationen, Natur und Tieren, ist dabei irrelevant!! Zerstörung um jeden Preis!!
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Tja, leider denken nicht alle so wie Sie und auch ich. Ich fahre schon lange nicht mehr Ski, einerseits, weil die Pisten überlaufen sind und anderseits will ich nicht auf Schnee aus den Kanonen fahren.
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