Trotz Hitze Schweizer Infrastruktur reagiert mehrheitlich cool

Stau auf der Autobahn Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In der Schweiz mögen die nationalen Strassen die Hitze beissen. Keystone

Seit einer Woche herrscht in der Schweiz eine Hitzewelle. Diese belastet nicht nur die Menschen, sondern auch die Infrastruktur. Nicht aber im gleichen Ausmass wie in Belgien oder Deutschland, wo zum Beispiel der Bodenbelag auf Autobahnen aufplatzt.

Nach Thomas Rohrbach vom Bundesamt für Strassen (Astra) verursachte die Hitze auf nationale Strassen bis jetzt keine Schäden. Sogenannte Blow ups, bei denen Betonplatten aufknicken, werden auch nicht erwartet. Diese kämen eher bei alten Betonplatten vor. Trotzdem beobachtet das Astra einen heiklen Strassenabschnitt auf der Strecke A1/A13 Rheineck-St.Marghareten, wo sich Betonplatten befinden.

BLS kämpft mit einigen Gleisverformungen

Grössere Störungen wegen der Hitze hat es bis jetzt auch auf dem Schienennetz der SBB nicht gegeben. Das sagt Sprecher Reto Schärli auf Anfrage. Sogenannte Gleisverwerfungen, hitzebedingte Gleisverformungen, seien in dieser Saison keine vorgekommen; auch Schienen hätten nicht gekühlt werden müssen. Und die Störungen von Klimageräten in Zügen bewegen sich im üblichen Rahmen. Auf 6700 Klimageräten sind durchschnittlich täglich 13 Geräte gestört.

SBB-Mitarbeiter kühlen Gleise mit Wasser ab. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seltener Vorfall: SBB-Leute mussten im 2003 die wegen der Hitze ausgedehnten Gleise mit Wasser abkühlen. Keystone/Archiv

Die BLS hingegen berichten von zwei Gleisverwerfungen vergangenen Mittwoch: Eine in Hasle-Rüegsau und eine im Emmental, zwischen Ramsei und Zollbrück. Um die Schienen über Nacht wieder abkühlen zu lassen, gab es jeweils einen Bahnersatz.

Voraussichtlich erst am Samstag Panorama-Boote auf der Limmat

Bei der Schifffahrt belastet die hohe Temperatur zum Beispiel beim Doubs die Situation der Lebewesen im Wasser zusätzlich. Da der Wasserstand bereits niedrig ist, hat der Kanton Jura die Schifffahrt auf dem schweizer-französischen Fluss verboten.

Auf der Limmat darf hingegen nur die gläsernen Panorama-Boote der ZSG zwangspausieren. Die über 40 Grad am Bord sind sowohl für Personal als auch für die Fahrgäste gefährlich.

Limmatschiff auf der Limmat Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Im Limmatschiff mit dem gläsernen Dach wird es zu heiss. Deshalb fährt es vorübergehend nicht. Keystone

Flughafen-Bodenpersonal leidet unter doppelter Hitzequelle

Von der Hitze spüren hingegen die Flugpassagiere in Zürich nicht viel. Laut Sonja Zöchling, Sprecherin des Flughafens Zürich, können Flugzeuge bei hohen Temperaturen weniger gut steigen. Sie starten aber trotzdem.

Einschränkungen gibt es laut Zöchling wegen der Hitze also nicht. Die grösste Herausforderung muss aber das Bodenpersonal meistern, die das Gepäck ins Flugzeug ab- und aufladen muss. Da der Bodenbelag sehr heiss wird, kommt die Hitze dann von oben und von unten.

Mitarbeiter zieht Wagen mit Koffern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Gepäckverantwortlichen am Flughafen haben es bei der Hitze besonders schwer. Keystone/Archiv