Jahresrückblick Skandal! Diese Vorfälle erhitzen 2016 die Gemüter

Überraschende Missbrauchsvorwürfe, ein peinliches Plagiat und eine nicht für jedermann lustige «Verstehen Sie Spass?»-Episode: Das und noch einiges mehr bewegt in den vergangenen zwölf Monaten die Gemüter.

Madonna. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Madonna. Reuters

Madonna verärgert Fans

Die «Rebel Heart Tour» durch Australien wird Madonna (58) im März zum Verhängnis. Bei einem Auftritt in Brisbane holt die Pop-Diva während ihrer Show ein 17-jähriges Mädchen auf die Bühne und sagt zum Publikum: «Sie ist so ein Mädchen, dem man einfach nur auf den Arsch hauen möchte.» Dann zieht sie am Top des Mädchens und entblösst ihren Busen.

Damit nicht genug. Bei einem Konzert in Melbourne lässt Madonna ihre Fans vier Stunden lang warten und kommt dann als Clown verkleidet auf die Bühne. Sie trinkt Alkohol, weint und lässt dabei alte Bilder ihres Sohnes Rocco projizieren. Und spricht immer wieder davon, wie schwer die Situation für sie sei. Hintergrund ist der Sorgerechtsstreit um ihren 15-jährigen Sohn Rocco, der lieber bei seinem Vater in London als bei ihr in New York leben will.

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«Glanz & Gloria»

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Mehr zum Thema heute in «Glanz & Gloria» um 18.50 Uhr auf SRF 1

Die Affäre Böhmermann

Im April geht ein Strafantrag gegen den Satiriker und ZDF-Moderator Jan Böhmermann (35) ein. Darin klagt der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (62) wegen Beleidigung. In seinem Gedicht «Schmähkritik», das er seiner satirischen Fernsehshow «Neo Magazin Royale» am 31. März auf ZDF präsentiert hat, hat Böhmermann Erdogan mit Kinderpornografie und Sex mit Tieren in Verbindung gebracht. Seine Erklärung: Er habe die Unterschiede zwischen in Deutschland erlaubter und verbotener Satire deutlich machen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt eine Strafuntersuchung zu – und erntet dafür viel Kritik. Im Oktober werden die Ermittlungen gegen Böhmermann eingestellt. Ganz ausgestanden ist die Angelegenheit für den Grimme-Preisträger damit indes nicht: Erdogan will, dass der gesamte Text verboten wird. Im November geht der zivilrechtliche Prozess in Hamburg weiter.

Thomas Gottschalk schiesst gegen ARD

Anfang Juni feiert Showmaster Thomas Gottschalk (66) sein TV-Comeback: Mit der RTL-Show «Mensch Gottschalk – das bewegt Deutschland» meldet er sich zurück. Und sorgt bei der Premiere gleich für einen kleinen Skandal: Er nennt zu Beginn der Sendung den Namen der «Tatort»-Mörderin – die Krimi-Serie läuft zeitgleich auf ARD.

«Die Paula wars – die war die Täterin», erklärt er kurz nach Sendebeginn um 20.15 Uhr. Offenkundiger Grund für seinen fiesen Verrat: Angst um seine Zuschauer-Quote. Immerhin gehört die Konkurrenzsendung, der «Tatort», zu den beliebtesten Formaten im deutschen Fernsehen.

Amber Heard und Johnny Depp. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Amber Heard und Johnny Depp. Reuters

Amber Heard zeigt Johnny Depp an

Ebenfalls Anfang Juni erreicht der erste der beiden grossen prominenten Scheidungskriege des Jahres 2016 seinen traurigen Höhepunkt: Amber Heard (30) reicht Anzeige gegen ihren Mann Johnny Depp (53) ein – wegen häuslicher Gewalt.

«Jahre der physischen und psychologischen Gewalt» habe sie erdulden müssen. Nach nur 15 Monaten Ehe hatte Heard Ende Mai die Scheidung eingereicht. Die Vorwürfe erhärten sich nicht, die 30-Jährige setzt aber vor Gericht durch, dass Depp von ihr Abstand halten muss.

Melania Trump kopiert Michelle Obama

Am 18. Juli hält Donald Trumps Ehefrau Melania (46) eine glühende Parteitagsrede über Kindeserziehung und moralische Werte. Das Problem: Die fast wortgleiche Rede hat Michelle Obama (52) rund acht Jahre zuvor gehalten.

Spott und Häme über das dreiste Plagiat lassen nicht lange auf sich warten. Zumal Melania Trump im Vorfeld betont hat, sie habe ihre Rede «mit so wenig Hilfe wie möglich» geschrieben. Wenige Tage später meldet sich ihre Redenschreiberin zu Wort und gibt zu, einige Passagen aus einer früheren Rede von First Lady Michelle Obama übernommen zu haben.

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Bildlegende: Missbrauchsvorwürfe Brad Pitt und Angelina Jolie. WENN

Angelina Jolie verklagt Brad Pitt

Im September beginnt die zweite grosse Schlammschlacht des Jahres 2016. Angelina Jolie (41) reicht die Scheidung von Brad Pitt (52) ein. Doch damit nicht genug: Sie wirft dem Vater ihrer sechs Kinder körperlichen Missbrauch vor. Konkret: Brad Pitt soll den ältesten Sohn Maddox (15) auf einem Flug mit dem Privatjet geschlagen haben.

Die Vorwürfe erhärten sich nicht, Anfang November wird das Verfahren gegen Pitt eingestellt. Doch da ist Jolie längst mit den Kindern aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen. Trotz Pitts Entlastung bleiben die Kinder in der Obhut der Mutter. Der Schauspieler bekommt lediglich ein Besuchsrecht zugesprochen. Das erste Wiedersehen findet in Begleitung eines Therapeuten statt.

Skandal bei «Happy Day»

Sie gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Sendungen der deutschen Unterhaltungsgeschichte: «Verstehen Sie Spass?» Doch ausgerechnet in der Schweiz wird Mitte Oktober ein Skandal losgetreten: In seiner Samstagabendshow «Happy Day» wird Röbi Koller (58) von TV-Kollegen des ZDF überrumpelt. Ein klischeehaft als Schwarzer geschminkter Guido Cantz tritt als angeblicher Vater eines Gastes auf. Alle sind eingeweiht – bis auf Röbi Koller.

Ein geschmackloser Auftritt, so der allgemeine Tenor. In der Folge wird in Deutschland und der Schweiz diskutiert: Darf ein öffentlich-rechtlicher TV-Sender das sogenannte Blackfacing propagieren? Die Empörung ist gross, der SWR verteidigt sich. «Verstehen Sie Spass?» sei nun mal eine Comedy-Sendung. Es bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Marius Borg Høiby. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marius Borg Høiby. Keystone

Mette-Marits Sohn verhökert seinen Besitz

Aufregung in Norwegen: Kronprinzessin Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby (19) verkauft Ende Oktober sein Hab und Gut im Internet. Das Problem: Er gibt seine vollständigen Kontaktdaten an – inklusive der Adresse des norwegischen Königshofes und seiner Privatnummer. Der Palast reagiert gelassen: Es sei gut, wenn Marius anderen mit den Dingen Freude bereiten könne, die er nicht mehr brauche. Dennoch verschwinden die privaten Kontaktangaben im Handumdrehen von der Website.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Rückblick 2016: Die Aufreger des Jahres

    Aus glanz und gloria vom 27.12.2016

    Diese Aussagen und Aktionen haben 2016 für rote Köpfe gesorgt. Musiker und Eishockeyfan Büne Huber kritisiert Fussballer und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Eher unfreiwillig sorgt die Sendung «Happy Day» für einen Skandal. Nicht Röbi Koller überrascht seine Gäste, nein, er selbst wird überrascht. Doch den Gag des «Verstehen Sie Spass-Teams» finden nicht alle gleich amüsant.