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Auf Social Media gehackt und keine Hilfe weit und breit
Aus Espresso vom 03.05.2022.
abspielen. Laufzeit 6 Minuten 24 Sekunden.
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Social Media Hacking Gehackt und verzweifelt: Betroffene fühlen sich hilflos

Grosskonzerne wie Meta lassen ihre User im Stich. Kundendienste gibt es nicht, es bleibt nur der teure Rechtsweg.

Mehr als ein Dutzend Hörerinnen und Hörer haben sich nach dem Beitrag zum gehackten Instagram-Konto bei «Espresso» gemeldet. Allen Betroffenen ist die Verzweiflung anzumerken, alle wissen nicht mehr weiter. Für Rechtsanwalt Martin Steiger keine Überraschung. Als Spezialist für das Recht im digitalen Raum ist er häufig mit solchen Fällen konfrontiert und er sagt: «Meistens muss man den Rechtsweg beschreiten, erst dann wird man ernst genommen.»

Kein Interesse, einen Kundendienst anzubieten

Gemeint sind die Grosskonzerne hinter diesen Sozialen Netzwerken. Meta beispielsweise, wenn es um Instagram oder Facebook geht. Alle diese internationalen Unternehmen haben eines gemeinsam: Sie investieren zwar viel in die Sicherheit, in Algorithmen, die böswilliges Verhalten erkennen und unterbinden sollen. Eine echte Person, die bei einem Problem hilft, eine Lösung zu finden, gibt es aber kaum. Die Konzerne bieten keinen Kundendienst an.

Tipps für Betroffene

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  • Wer von Hacking oder Phishing betroffen ist, sollte sofort alle Passwörter der entsprechenden Accounts ändern.
  • Das E-Mail-Konto auf allfällige Mail-Weiterleitungen überprüfen. Mit Weiterleitungen können Betrüger ihr Unwesen treiben, obwohl das Passwort geändert wurde.
  • Sobald Kreditkartendaten im Spiel sind: Umgehende Meldung beim Kreditkartendienstleister sowie Meldung bei der Polizei.

Auch das ist für Rechtsanwalt Martin Steiger nicht verwunderlich: «Wir sind User und nicht Kunden», sagt er. «Die Kunden sind die, die Werbung schalten. Wir als User sind das Produkt. Unsere Aufmerksamkeit und unsere Daten werden weiterverkauft.» Aus diesem Grund hätten die Anbieter solcher Plattformen auch wenig Interesse, einen Kundendienst anzubieten.

Tipps zur Prävention

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  • Wenn eine Zwei-Faktor-Authentifizierung möglich ist, unbedingt nutzen. So kann der Schutz deutlich erhöht werden.
  • Starke Passwörter wählen und diese nie mehrfach verwenden. Machen Sie denn Passwortcheck.

Es geht meist um Geld

Ein gehacktes Social-Media-Konto geht meist auf Phishing zurück. Heisst: Jemand versucht gezielt, an Passwörter heranzukommen. Der Experte des Bundes, Max Klaus, sagt: «Man kann sich das ähnlich vorstellen wie beim Fischen: Jemand schmeisst eine Rute in den Teich und schaut, was anbeisst.» Dazu würden hunderttausende Mails verschickt, erklärt der stellvertretende Leiter operative Cybersicherheit am Nationalen Zentrum für Cybersicherheit. «Wer darauf reinfällt, hat Pech gehabt.»

«Espresso» ist an Ihrer Meinung interessiert

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Fast bei all diesen Angriffsformen stehe Geld im Vordergrund, sagt Klaus. Etwas, was auch beim Hacking von Social-Media-Konten oft der Fall ist. Allerdings kann es bei Angriffen auf den Sozialen Medien auch um Inhalte gehen. Politische Inhalte beispielsweise, die auf einem gehackten Konto verbreitet werden oder aber gezielte Diskreditierungen der User.

Angriffe und Angriffsversuche melden:

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Angriffe und Angriffsversuche sollten Sie dem NCSC, dem Nationalen Zentrum für Cybersicherheit, melden.

Hier geht’s zum Meldeformular.

Espresso, 03.05.22, 08:13 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community
    Wir danken Ihnen für die interessante Diskussion unter diesem Artikel. Für heute schliessen wir die Kommentarspalte hier. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Patrick Janssens  (patrickjanssens)
    Wenn es keine Kundendienste gibt, wen trifft da die Schuld?
    Es gibt keine Kundendienste weil der Gesetzgeber keine Gesetze schafft die dies verpflichten, oder es gibt diese Gesetze, sie werden aber nicht durchgesetzt. Schuld ist also der Gesetzgeber. Der Gesetzgeber = die Politik.
    Daraus ergibt sich, dass der Gesetzgeber wissentlich seine Bürger ungenügend schützt.
  • Kommentar von Ernst Boller  (THINK)
    Wenn jedes Mail nur einen Rappen kosten würde, würde das Phishing blitzartig aufhören.
    1. Antwort von David Herzog  (DHZ)
      Das wäre eine wirkliche gute Idee, die mir auch schon öfters durch den Kopf ging. Nicht nur Phishing, auch die meisten anderen ungebetenen Mails, die man täglich erhält, würden sich auf ein erträgliches Minimum reduzieren.
      Aber wer treibt diese Gebühren ein und wie?