Todesfalle Rebnetz

Winzer schützen ihre reifen Trauben gerne mit grossen Netzen. Sind diese nicht richtig montiert, werden sie schnell zu tödlichen Fallen für Vögel. Tierschutzorganisationen appellieren nun an die Weinbauer, die Schutznetze nach den Richtlinien der Forschungsanstalt Agroscope anzubringen.

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Tödliche Vogelfallen

1:27 min, aus Tagesschau am Mittag vom 15.8.2015

Wenn die Trauben allmählich Farbe annehmen, dann freuen sich nicht nur die Winzer, sondern auch die Vögel. Winzer spannen deshalb gerne grosse Schutznetze. Sind diese nicht richtig montiert, werden sie aber schnell zu tödlichen Fallen für Vögel und andere Tiere.

Wie Pascal König von SVS Birdlife Schweiz gegenüber SRF erklärt, sterben Vögel in diesen Netzen einen qualvollen Tod: «Wenn die Vögel versuchen, sich aus dem Netz zu lösen, verfangen sie sich immer mehr. Sie verdursten dann oder werden durch die Maschen stranguliert.»

Tierschutz kontrolliert Netze

Um dieses qualvolle Sterben zu verhindern, kontrollieren der Schweizer Vogelschutz SVS/Bird Life, der Schweizer Tierschutz und die Organisation Pro Igel seit zwei Jahren in ausgewählten Orten Schutznetze in Rebbergen.

In zwei kontrollierten Rebbergen seien über 20 tote Tiere in schlecht installierten Netzen gefunden worden, heisst es in ihrer aktuellen Mitteilung. Die Tierschutzorganisationen appellieren deshalb an alle Rebbauern, Rebnetze gemäss den Richtlinien der Forschungsanstalt Agroscope anzubringen.

Gut sichtbare Netze ohne Löcher

Beim Anbringen der Netze müssten mehrere Punkte beachtet werden, so der Leiter der Rebbaugruppe, Werner Siegfried, gegenüber SRF. «Die Farbe ist ganz wichtig. Es braucht eine Farbe, die für die Vögel gut sichtbar ist, zum Beispiel blau.» Weiter dürfe es im Netz keine Löcher haben und das Netz müsse straff gespannt sein. Auch dürften keine Netzreste auf den Boden gelangen, in denen sich Igel verfangen könnten, so Siegfried.