Tote bei schweren Unwettern in Südamerika

Heftige Regenfälle und schwere Stürme haben Teile Chiles und Uruguays verwüstet. In beiden Ländern gab es Todesopfer und Verletzte. Ein Tornado liess in einer kleinen uruguayischen Gemeinde kaum einen Stein auf dem anderen.

Menschen laufen durch eine Ruinenstadt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wie ein Kriegsszenario: Die Kleinstadt Dolores nach der Wirbelsturm-Katastrophe. Keystone

Heftige Unwetter haben in Uruguay schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens sieben Menschen starben am Wochenende in dem südamerikanischen Land, wie örtliche Medien berichteten. Zudem wurden landesweit mehr als 2000 Personen obdachlos.

Tornado verwüstet Kleinstadt Dolores (unkomm.)

0:33 min, vom 18.4.2016

Wirbelsturm zerstört Ortschaft

Rund 500 Häuser wurden nach einem Bericht der Zeitung «El País» beschädigt. Besonders betroffen war demnach die kleine Ortschaft Dolores im Westen Uruguays. Ein Tornado hatte am Freitag eine Spur der Verwüstung in der rund 240 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Montevideo gelegenen Stadt hinterlassen. Mehrere Häuser waren in der etwa 25'000 Einwohner zählenden Gemeinde eingestürzt.

In Dolores waren vier Menschen ums Leben gekommen, weitere drei starben bei Überschwemmungen in anderen Teilen des Landes. Staatschef Tabaré Vásquez hatte am Wochenende den Notstand in der Region um Dolores ausgerufen.

Chile: Hunderte ohne Kontakt zur Aussenwelt

Starke Unwetter haben auch Teile Chiles getroffen. Millionen von Menschen waren von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Mindestens eine Person kam bei den Überflutungen und heftigen Regenfällen ums Leben. Sieben weitere galten als vermisst, wie der chilenische Katastrophendienst Onemi mitteilte.

Vor allem im Zentrum des Landes waren mehr als 700 Menschen von der Aussenwelt abgeschnitten. Zehntausende Anwohner der betroffenen Regionen hatten einem Bericht des Portals «Emol» zufolge keinen Strom.

Ansturm auf Supermärkte

In vielen Gemeinden um die Hauptstadt Santiago gab es am Wochenende auch Probleme mit der Wasserversorgung. Wegen starker Verschmutzung der Flüsse nach Unwettern waren mehr als vier Millionen Einwohner der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile am Wochenende von der üblichen Versorgung mit Leitungswasser abgeschnitten.

In den Supermärkten stürzten sich tausende Menschen auf die knappen Vorräte an Wasserflaschen.

 Militärfahrzeuge auf überfluteter Strasse. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Überflutungen in Chiles Hauptstadt Santiago. Millionen waren wegen Verschmutzungen ohne Trinkwasser. Keystone

Flüsse stark verschmutzt

Die Behörden ordneten Notfallmassnahmen an, darunter die Einrichtung von Stationen zur Wasserversorgung. Die Unwetter hatten mehrere Erdrutsche ausgelöst. Die Flüsse Maipo und Mapocho wurden dadurch so stark verschmutzt, dass das Wasser nicht mehr für die Trinkwasserversorgung genutzt werden konnte. «Wir haben nun mehr als vier Millionen Betroffene», sagte der Gouverneur von Santiago, Claudio Orrego.

Das Versorgungsunternehmen Aguas Andinas teilte mit, wegen der «extremen Eintrübung» der Flüsse könne die übliche Zuleitung von Trinkwasser nicht mehr gewährleistet werden. Es wurde davon ausgegangen, dass die Unterbrechungen mindestens 24 Stunden dauern würden.

Notfallplan in Kraft

In der chilenischen Hauptstadt trat ein Notfallplan in Kraft. 45 Sicherheitsreservoirs mit Trinkwasser wurden angezapft, zudem wurden 60 Tanklaster in Bewegung gesetzt, um die Bevölkerung in den betroffenen Stadtteilen mit sauberem Wasser zu versorgen.

«  Sie haben uns erst im letzten Moment vorgewarnt »

Patricia Varas
Bürgerin von Santiago de Chile

Ferner sorgten die Behörden dafür, dass über das gesamte Stadtgebiet verteilt 64 Ausgabestellen mit Trinkwasser eingerichtet wurden. «Sie haben uns erst im letzten Moment vorgewarnt», sagte Patricia Varas, eine Einwohnerin von Santiago. «Niemand war vorbereitet», stimmte Marcela Briceño ein. «Also wurden die Supermärkte gestürmt.»

Vielerorts waren die Vorräte nach kürzester Zeit erschöpft. Die Behörden lösten die höchste Alarmstufe aus, um bei Notfällen umgehend eingreifen zu können.