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Bei Ersatzteilen für Küchengeräte wird’s auch bei Ikea teuer
Aus Espresso vom 12.08.2021.
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Von wegen günstig Bei Ersatzteilen für Küchengeräte wird’s auch bei Ikea teuer

Wenn an einem Ikea-Küchengerät etwas kaputt geht, verweist der Möbelriese seine Kunden an externe Hersteller.

Ein Ikea-Kunde staunte nicht schlecht, als er für seinen Kühlschrank zwei Ersatzschubladen bestellen wollte. Nicht nur, dass ihn der Ikea-Kundendienst an Electrolux verwies, sondern auch der Preis für die zwei Schubladen irritierten ihn: Mit Gebühren und Versandkosten kosten die beiden durchsichtigen Plastikboxen fast 190 Franken. Ein Vermögen im Vergleich zu den knapp 450 Franken  Kaufpreis des Kühlschranks. «Das ist doch Verhältnisblödsinn», findet der Kunde.

Das ist doch Verhältnisblödsinn!
Autor: Ikea-Kunde

 Kommt hinzu, dass Ikea seinen Kühlschrank zwar nicht mehr im Sortiment führt, jedoch einen ähnlichen, etwas kleineren, für 280 Franken anbietet. «Da kann man schon auf den Gedanken kommen, ob man für 90 Franken mehr nicht gleich ein neues Gerät kaufen soll.» Der Mann fragt sich, wie diese Preispolitik mit den Nachhaltigkeits-Beteuerungen von Ikea vereinbar sein soll. Das fördere doch die Wegwerf-Gesellschaft.

Ikea-Küchengeräte sind nicht von Ikea

Auf Anfrage heisst es bei Ikea, man könne diesen Gedanken zwar nachvollziehen: «Die Entscheidung nachhaltig zu sein und auf den Kauf eines neuen Gerätes zu verzichten steht und fällt aber letztendlich nicht mit unserer Preisgestaltung.»

Ikea kauft die Geräte nach eigenen Angaben bei diversen «namhaften» Herstellern. Durch die grossen Volumen könne man die Preise für die Kundinnen und Kunden attraktiv halten. Der Kunde erkennt nicht, von welchem Hersteller das jeweilige Gerät ursprünglich stammt. Sie sind als Ikea-Geräte gekennzeichnet. Dieses sogenannte White Labeling bei Küchengeräten sei «eine bewusste Entscheidung, welche mit den jeweiligen Produzenten vereinbart wurde».

Hersteller bestimmt den Preis von Ersatzteilen

Ein eigenes Ersatzteillager für Elektrogeräte führt Ikea nicht. Dies würde sich für den Möbelriesen scheinbar nicht lohnen. Es gebe beim Kundendienst nur sehr wenige Anfragen für Ersatzteile, heisst es. Und: «In diesem Bereich wäre es uns aufgrund des niedrigen Volumens auch nicht möglich, attraktive Preise weiterzugeben.»

Deshalb werden Kundinnen und Kunden an den eigentlichen Hersteller verwiesen, wenn sie beispielsweise eine neue Schublade für ihren Kühlschrank benötigen. Und auf die Preisgestaltung der Hersteller «hat Ikea keinen Einfluss».

Espresso, 12.08.2021, 08:13 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Trudi Stadelmann  (Trudihui)
    Unerwähnt wurde, dass die meisten Elektrogeräte bei IKEA eine Garantiezeit von 5 Jahren haben, also drei Jahre mehr als gesetzlich vorgeschrieben.
  • Kommentar von Christoph Stadler  (stachri)
    Von einer SRF-Reportage hätte ich nun auch erwartet, dass man bei Electrolux nachgefragt hätte, wie es dort zu solch exorbitanten Preisen kommt...
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Christoph Stadler Guten Morgen Herr Stadler, in diesem Fall haben wir darauf verzichtet, Electrolux um eine Stellungnahme anzufragen. Dass die Preise von Ersatzteilen bei den grossen Herstellern eher hochpreisig sind, ist bekannt. Electrolux in diesem Zusammenhang isoliert zu kritisieren, scheint uns nicht gerechtfertigt. Zumal sich der Kunde ganz konkret über das Geschäftsmodell von Ikea geärgert hat, dass Kunden für Ersatzteile von vermeintlichen Ikea-Elektrogeräten an den jeweiligen Hersteller verwiesen werden, wo keine «Ikea-Preise» mehr gelten. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Na ja Schrauben im Bett sind eben auch nicht Kühlschrankteile ... die sind ganz offensichtlich nicht nur bei IKEA speziell, sondern auch bei den Markenanbieter - die sich natürlich hinter IKEA (wie ELECTROLUX) verbergen. Das wird erst ein Ende haben, wenn die 3D Drucker verbreitet sind, und man spezifische Ersatzteile sozusagen im Keller selber herstellen kann.