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Panorama Warum deutsche Heftli in der Schweiz so teuer sind

Stellen Sie sich vor: Die «Bravo» gibt‘s am Kiosk für 1.80 Franken, den «Spiegel» für 5.50. Schön wär’s! So viel bezahlt umgerechnet, wer die Zeitschriften in Deutschland kauft. In der Schweiz sind sie bis zu 70 Prozent teurer. Das ärgert den Käufer, wenn er's merkt – und den Preisüberwacher.

Der Schweizer Preisüberwacher, Stefan Meierhans, findet klare Worte, wenn er über die Preise der ausländischen Zeitschriften in der Schweiz spricht: «Das ist ein grosses Ärgernis.» Er habe sich schon intensiv um das Thema gekümmert – und auch schon einige kleinere Erfolge erzielt. «Doch das Problem bleibt und es bleibt ein Ärgernis», sagt Meierhans zu Schweizer Radio SRF.

Doch warum sind Magazine wie die «Bravo» oder der «Spiegel» in der Schweiz zwischen 35 und 70 Prozent teurer? Der Bravo-Herausgeberin Bauer-Media ist das Thema zu heikel – sie verweigert die Auskunft.

Der Verlag Motor Presse in Stuttgart nimmt dagegen am Telefon Stellung zu den Preisunterschieden von 65 Prozent bei seinen Produkten wie «Flugrevue»: Sprecher Stefan Braunschweig sagt, Transport und Lieferung seien aufwändiger. «Die Kosten in der Schweiz sind deutlich höher als in vergleichbaren Auslandsmärkten.»

Kein Wettbewerb, keine Fixpreise

In Tat und Wahrheit sind die Kosten in der Schweiz allerdings nur rund 15 Prozent höher, der Schweizer Verkaufspreis aber über 60 Prozent. Da muss es noch andere Gründe geben.

Preisüberwacher Meierhans kritisiert, dass der Wettbewerb nicht spiele: Einerseits wegen dem Verkaufsmonopol: Die «Bravo» oder den «Spiegel» kann man in der Schweiz nur am Kiosk kaufen. Die Kiosk-Gruppe Valora hat hier das alleinige Einfuhrrecht. Und andererseits wegen der Preisbindung: Die deutschen Verlage können die Preise für die Schweiz selber festlegen – die Schweizer Behörden haben keinen Einfluss darauf.

Für Preisüberwacher Meierhans ist klar: Die Verlage nutzen ihre Stellung aus: «Die Verlage überlegen sich, dass man in der Schweiz mehr holen kann. Also holen sie einfach mehr.»

Politiker sollen über die Bücher

Diese klare Aussage mag in Deutschland natürlich niemand offiziell bestätigen, doch Stefan Braunschweig vom Motor-Presse-Verlag betont, dass Schweizer Zeitschriften genauso teuer seien. Man passe sich also einfach den Schweizer Preisen an.

Aktuell hat der Preisüberwacher keine Handhabe, um die Verlage zu tieferen Preisen bei den Zeitschriften zu zwingen. Deshalb drängt er darauf, dass die Politiker strengere Regeln erlassen. Er hofft auf eine Lösung aus dem Parlament.

Doch bis dann geht wohl noch manche «Bravo» zum stolzen Schweizer Preis über die Verkaufstheke.

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30 Kommentare

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  • Kommentar von kari huber, surin
    Wenn man in die letzte Eiszeit zurück versetzt werden will, kann man ja wieder die sogenannte "Vollkostenkalkulation" aus dem Keller holen. Seit den 70er-Jahren kaluliert aber jedes vernünftige Unternehmen mit Deckungsbeiträgen. Und die werden allein vom Markt bestimmt. Was man in der Schweiz zu viel holt, büsst man in anderen Märkten, z.B. in den Oststaaten, wieder ein. Wenn ein Verlag eine Präsenz im hintersten "Chrachen" sicherstellen will, kostet das etwas. Valora lässt sich dies vergüten.
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  • Kommentar von K. Räschter, Schweiz
    Da gibt es nur eines, diesen überteuerten Heftli-Mist aus dem Ausland einfach ignorieren und nicht kaufen. Die Frechheit ist ja, dass die Schweizerpreise schon auf die Heftli aufgedruckt werden, d.h. dass die Abzocke schon bei den Verlagen anfängt. Ich sage da: Nein Danke, brauche ich nicht. Schade, dass unser Preisüberwacher nicht mehr Einfluss hat. Man sieht ja, dass nur Empfehlungen nichts bringen.
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  • Kommentar von Rudi J Hardy, Coolangatta
    Man kann diese Heftli auch direct abonnieren und in Euro bezahlen, da kommen noch Postgebuehren dazu, besonders hier da ich so weit in der Ferne wohne. Ist aber kein Problem, man kriegt sie etwas spaeter wie in der Schweiz aber nicht viel teurer.
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