Wegen Pass: Chinesinnen gebären in den USA

Immer mehr chinesische Eltern reisen kurz vor der Geburt ihres Kindes in die USA. Sie wollen ihrem Sprössling eine Zukunft im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» bieten.

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Chinesinnen gebären in den USA

1:31 min, vom 29.1.2013

Wenn ein Kind in den USA zur Welt kommt, ist es automatisch ein Bürger der Vereinigten Staaten. Dieses Gesetz hat schon viele Mütter aus den Nachbarländern dazu gebracht, kurz vor der Geburt die Grenze in die USA zu überqueren. Nun breitet sich dieses Phänomen auch in China aus. Immer mehr Chinesinnen reisen kurz vor der Geburt nach Kalifornien, um ihrem Kind einen amerikanischen Pass zu ermöglichen.

Kein Gesetzes-Verstoss

Ein Kind, das jetzt mit US-Pass in China grosswerden darf, ist Ada Lin. Seine Eltern haben 27‘000 Dollar an eine Agentur gezahlt, die Reise, Aufenthalt und Visa organisierte. Ada Lin ist die einzige Amerikanerin in ihrer Familie. Sie soll später in den USA studieren und leben können, sagen die Eltern, die anonym bleiben wollen.

Viele Geburtshäuser befinden sich in Kalifornien. Die Anwohner stören sich am Kommen und Gehen der so genannten «Geburts-Touristen». Sie sehen diejenigen benachteiligt, die nach Amerika kommen, dort hart arbeiten und ihre Steuern bezahlen.

Doch die Praxis verletzt kein staatliches Immigrations-Gesetz. Zudem erlaubt sie vielen chinesischen Familien, die Ein-Kind-Politik in China zu umgehen. Dort darf eine Frau nur ein Kind zur Welt bringen. Diese Beschränkung gilt nicht, wenn die Kinder in einem anderen Land zur Welt kommen.