Wer will einen Nobelpreis?

Ehre kann man sich nicht erkaufen. Aber einen Nobelpreis schon. Zum zweiten Mal wird eine der prestigeträchtigen Medaillen versteigert. Sie stammt von DNA-Entdecker James D. Watson.

Er ist einer der bekanntesten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Nun trennt sich James D. Watson von seinem Nobelpreis. Das Auktionshaus Christie's in New York erhofft sich 3,5 Millionen Dollar.

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Bildlegende: Laut Times-Magazin zählte James D. Watson zu den 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts. Keystone/archiv

Der 86-jährige US-amerikanische Molekularbiologe hat 1962 gemeinsam mit dem Briten Francis Crick und dem Neuseeländer Maurice Wilkins die Auszeichnung für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA erhalten. Das Geld will Watson zum Teil für die Forschung stiften.

Kein Vorreiter

Laut Christie's hat noch nie ein lebender Nobelpreisträger seine Medaille verkauft. Im vergangenen Jahr wurde aber die des 2004 verstorbenen Crick versteigert. Sie brachte 2,23 Millionen Dollar ein – das Vierfache des erwarteten Preises. Ein Brief von Crick war nur Tage zuvor sogar für sechs Millionen versteigert worden.

Zur Auktion kommen in New York auch die Notizen von Watson für seine Dankesrede bei der Preisverleihung. Sie sollen 400'000 Dollar einbringen. Für das Skript einer Vorlesung anlässlich der Preisverleihung einen Tag später werden 300'000 Dollar erwartet.