Wieder drei Tote am Monte Rosa

Schon wieder ist am Monte Rosa ein Berggänger in den Tod gestürzt. Er war auf dem Weg zum Gipfel Castor. Bereits am Morgen wurden zwei verunglückte Männer aufgefunden. Zusammen mit den Unfällen vom Wochenende starben damit sechs Menschen am Bergmassiv – innert den letzten zwei Tagen.

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Weiterer Bergsteiger im Monte-Rosa-Massiv abgestürzt

1:23 min, aus Tagesschau vom 29.8.2016

Der Monte Rosa hat am Montag auf Schweizer Seite erneut einen Bergsteiger das Leben gekostet. Der Mann verunglückte auf dem Kamm des Castor auf etwa 4200 Metern Höhe. Wie der Tessiner Fernsehsender RSI berichtet, wurde die Bergrettung gegen 12.30 Uhr alarmiert. Beim Verunglückten handelt es sich um einen 64-jährigen Holländer. Die fünf Bergsteiger waren laut Polizei nicht angeseilt gewesen.

Google-Earth-Ausschnitt des Zwillingsjochs mit dem Pollux Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Leichen der beiden Bergsteiger wurden auf dem Zwillingsjoch gefunden. Links der Pollux, den sie besteigen wollten. Google Earth

Zwei Deutsche beim Pollux verunglückt

Bereits am Vormittag wurden am berühmten Bergmassiv auf italienischer Seite zwei tödlich verunglückte Bergsteiger gesichtet. Wie die Nachrichtenagentur sda meldet, handelt es sich dabei um Deutsche. Die Leichen wurden in rund 4000 Metern Höhe auf dem Zwillingsjoch zwischen den Berggipfeln Castor und Pollux ausgemacht.

Die Berggänger waren am späteren Sonntagnachmittag auf dem Weg zum Pollux vermutlich auf einer Eisplatte ausgerutscht, mehrere hundert Meter in die Tiefe gestürzt und gegen Felsen geprallt, wie die italienische Bergrettung mitteilt.

Gemäss der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ist die Route, auf der sich das Unglück ereignete, in dieser Jahreszeit unter Bergsteigern beliebt.

Unglück bereits am Sonntag

Erst am Sonntag waren drei Walliser Bergsteiger aus der Region Sitten auf der Südseite des Monte-Rosa-Massivs verunfallt.

Karte von Monte Rosa Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Unfall vom Sonntag ereignete sich an der Signalkuppe. SRF

Die Alpinisten gehörten gemäss einem Sprecher der Bergrettungsorganisation im Aostatal einer Seilschaft von insgesamt acht Personen an. Die Seilschaft wollte die Dufourspitze besteigen, wie der SAC-Sektionspräsident sagte. Die drei Männer stürzten am Sonntagmorgen beim Aufstieg zur Zumsteinspitze ab, nachdem sich grosse Schneemassen losgelöst hatten. Die Lawine riss sie 800 Meter in die Tiefe.

Das Unglück ereignete sich auf der Südseite des Monte-Rosa-Massivs. Wann die Leichen der drei Männer geborgen werden können war am Montag noch offen, da die Gefahr weiterer Lawinenabgänge in der Region nach wie vor zu gross war.

Der Monte Rosa liegt an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Sein Hauptgipfel, die 4634 Meter hohe Dufourspitze, befindet in der Schweiz.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Viele Bergunglücke im August

    Aus Tagesschau vom 28.8.2016

    Drei Schweizer Bergsteiger sind heute Morgen in den Tod gestürzt. Insgesamt 15 tödliche Bergunfälle haben sich im August in der Schweiz ereignet. In den Bergen ist es zurzeit aussergewöhnlich warm, was die Schnee- und Eismassen instabil macht.