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Signal missachtet
Aus Tagesschau vom 27.02.2015.
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Panorama Zugunglück von Rafz: Lokführer missachtete Signal

Das Zugunglück in Rafz (ZH) vor einer Woche ist nach ersten Erkenntnissen auf menschliches Versagen zurückzuführen. Die Sicherheitssysteme sollen einwandfrei funktioniert haben. Ob einer der anwesenden Lokführer-Aspiranten mitverantwortlich ist, bleibt unklar.

Die S-Bahn in Richtung Schaffhausen fuhr vergangenen Freitag um 6.40 Uhr trotz geschlossenem Signal los, wie die SBB am Freitag an einer Medienkonferenz mitteilte. Zwar wurde eine Zwangsbremsung am Signal ausgelöst, doch die S-Bahn war zu diesem Zeitpunkt bereits mit 59 km/h unterwegs und kam erst knapp 100 Meter nach dem Signal zum Stillstand.

Karte des Kantons Zürich mit einem Eintrag bei Rafz.
Legende: SRF

Auf diesem Gleis nahte Sekunden später ein Interregio von Zürich her mit Tempo 110 km/h. Es kam zu einer seitlichen Kollision zwischen den beiden Zügen, bei welcher der Interregio entgleiste.

Ob zum Zeitpunkt des Unglücks einer der in den beiden Zügen anwesenden Lokführer-Aspiranten am Steuer waren, gab die SBB nicht bekannt.

Sicherheitssysteme funktionierten einwandfrei

Die modernen Sicherheitseinrichtungen am Bahnhof Rafz hätten einwandfrei funktioniert, heisst es in der Mitteilung der SBB. Die Abfahrverhinderung sei jedoch auf durchfahrende Züge ausgerichtet – die S-Bahn aber hatte gewendet und sei deshalb von der Zugbeeinflussung nicht gebremst worden.

Zusätzliche Sicherungskomponenten seien nur vorgesehen, wenn im Wochendurchschnitt mindestens ein Zug pro Tag wende. Das sei in Rafz Richtung Schaffhausen jedoch nicht der Fall.

Als kurzfristige Vorsichtsmassnahme müssen Züge, die gewendet haben, bis auf weiteres langsamer fahren: Sie dürfen bis zum ersten Signal höchstens 40 km/h erreichen. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass bei Situationen wie in Rafz der Zug noch vor dem Gefahrenpunkt gestoppt werden kann, hiess es von der SBB. Die Massnahme gelte für alle Züge in der Schweiz.

Die Ermittlungen zum Unfall in Rafz sind noch nicht abgeschlossen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle und die Staatsanwaltschaft sind weiter an der Arbeit, die genauen Umstände des Unglücks zu eruieren..

Lokführer nicht mehr in Lebensgefahr

Bei dem Zusammenstoss waren vor einer Woche sechs Personen verletzt worden, der Lokführer des Interregio-Zuges schwer. Mittlerweile befindet er sich laut SBB-Chef Andreas Meyer nicht mehr in Lebensgefahr. Der Lokführeranwärter, der ebenfalls im Interregio gewesen war, kann das Spital voraussichtlich in den nächsten Tagen verlassen.

Den Sachschaden an den beiden Zügen beträgt gemäss ersten Schätzungen «mehrere Millionen Franken».

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