Zwei Wirbelstürme treffen Australien gleichzeitig

Die zwei Wirbelstürme «Marcia» und «Lam» halten Australien in Atem. Laut Meteorologen hat es so schwere Stürme binnen 24 Stunden auf dem Kontinent noch nie gegeben. Die Bewohner hatten Glück – bislang hat es weder Tote noch Verletzte gegeben.

Die Wirbelstürme «Lam» und «Marcia» auf einem Satellitenbild. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Wirbelstürme «Lam» und «Marcia» richten in Australien Verwüstungen an. Keystone

Gleich zwei Wirbelstürme haben am Freitag in einzelnen Gebieten Australiens Spuren der Verwüstung hinterlassen. Der Zyklon «Marcia» wütete im nordöstlichen Bundesstaat Queensland. Der Strum «Lam» tobte im Bundesstaat Northern Territory.

Der Zyklon und das Meer

0:18 min, vom 20.2.2015

Laut Wetterbehörde hatte «Marcia» die höchste Kategorie fünf und «Lam» die Kategorie vier. Sie wurden im weiteren Verlauf aber auf drei – «Marcia» – und zwei – «Lam» – heruntergestuft. Die Stürme beschädigten Häuser, entwurzelten Bäume und rissen Stromleitungen herunter. Tausende Menschen waren infolgedessen ohne Strom. Über Todesopfer oder Schwerverletzte gibt es bislang keine Berichte.

«Marcia» brauste mit fast 300 Stundenkilometer über das Land

«Marcia» traf nördlich der Gemeinde Yeppoon auf Land und zog dann weiter südwärts. Die 16'000-Einwohner-Stadt Yeppoon liegt 670 Kilometer nördlich der Grossstadt Brisbane.

Ein Bewohner von Morningside, ein Vorort von Brisbane, trägt Sandsäcke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Bewohner von Morningside, ein Vorort von Brisbane, rüstet sich mit Sandsäcken gegen den Zyklon. Keystone

Nach Angaben der Premierministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk, sei die Kleinstadt aber glimpflich davon gekommen. «Marcia» habe die Stadt lediglich «gestreift». «Wir sind sehr, sehr dankbar, dass wir das Schlimmste vermeiden konnten», sagte Palaszczuk, «von etwas, was eine eine absolute Katastrophe hätte werden können.»

Der Sturm zog leicht abgeschwächt ins grössere Rockhampton weiter, wo 80'000 Menschen leben. Palasczczuk, die erst seit einer Woche im Amt ist, rief die Einwohner dazu auf, in den Häusern zu bleiben.

In den besonders betroffenen Gebieten wurden rund 60 Schulen geschlossen. Viele Geschäfte blieben zu, Flüge wurden gestrichen und eine Autobahn vorsorglich gesperrt. Auch wurden für die Menschen Aufnahmezentren eingerichtet.

Die Behörden hatten in Erwartung von «Marcia» vor heftigem Regen und Springfluten gewarnt. Tatsächlich haben sich an der Küste von Queensland aufgrund des peitschenden Windes hohe Wellen aufgetürmt. Die Windgeschwindigkeit hat bis zu 295 Kilometer pro Stunde betragen.

Kein Strom und Wasser wegen «Lam»

Der zweite Zyklon «Lam» richtete in abgelegenen Gemeinden von Ureinwohnern nahe Elcho Island schwere Zerstörungen an. Elcho Island liegt rund 500 Kilometer östlich der Stadt Darwin im nördlichen Bundesstaat Northern Territory.

Kinder spielen mit den Meeresfluten, ausgelöst durch den Sturm «Marcia». Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sie finden es lustig: Kinder gegen die Meeresfluten an der Gold Coast in Queensland. Keystone

Bruce Porter, Polizist in der Gemeinde Elcho Island, berichtete, dass «Stromleitungen herabgerissen, Bäume umgestürzt und viele Strassen unpassierbar» seien. Ferner seien viele Häuser schwer beschädigt worden.

Wegen des Zyklons gäbe es keinen Strom und kein Wasser. Der örtliche Flugplatz sei intakt, aber voller Trümmer.

So schwere Wirbelstürme binnen 24 Stunden habe es in Australien bislang nicht gegeben, sagte der Meteorologe Adam Morgan. Zwar habe es schon zwei gleichzeitige Zyklone gegeben, aber nicht zwei von solcher Stärke.