10-Jahr-Jubiläum: Aargauer Literaturhaus erfindet sich neu

Was bedeutet die Digitalisierung für die Literatur? Wie wirken sich die Umbrüche im Verlagswesen auf Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus? Und wozu braucht es überhaupt noch Literaturhäuser? Diese Fragen stehen am Wochende im Zentrum einer «Reflexionsveranstaltung» im Aargauer Literaturhaus.

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Bildlegende: Das Literaturhaus Aargau hat viele Ideen für die Zukunft. Keystone

Zehn Jahre jung ist das Aargauer Literaturhaus in Lenzburg. Es hat sich in dieser Zeit im deutschen Sprachraum einen guten Namen geschaffen mit seinem breit gefächerten Programm. Werkstätten für Erwachsene, Buchpremieren, Lesungen und Poesie-Veranstaltungen standen zum Beispiel dieses Jahr auf dem Programm.

Leiterin ist seit einem Jahr Bettina Spoerri. «Die Arbeit gefällt mir sehr, sie ist ganz wunderbar», zieht sie Bilanz. Am Wochenende werde gefeiert, dass «das Literaturhaus seit zehn Jahren gut läuft und gut aufgestellt ist, gerade in einer Zeit, in der die Kulturgelder nicht mehr so reichlich fliessen.»

Bettina Spoerri freut sich auf das Wochenende. Der Workshop zur Zukunft des Literaturhauses ist gleichzeitig der Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten. Anwesend sind Leiterinnen und Leiter von Literaturhäusern aus Deutschland, Österreich, Liechtenstein und der Schweiz. Daneben auch Verlags-Vertreter und Literatur-Interessierte.

Literaturhäuser müssen sich wandeln

«Wir müssen hinterfragen, was wir eigentlich machen. Kein Literaturhaus ist älter als 18 Jahre. Da muss man sich fragen, wie es weitergeht», sagt Bettina Spoerri. In den letzten Jahren hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Der Literaturmarkt hat sich verändert. Und die Schreib- und Lesefähigkeiten der Bevölkerung haben sich verändert.

Bettina Spoerri will das Aargauer Literaturhaus diesen Entwicklungen anpassen. Sie setzt einerseit auf eine sehr traditionelle Form von Literatur. Sie will nämlich der Lyrik eine Plattform bieten.

Daneben gehen ihre Überlegungen auch dahin, wie sie ein Publikum ansprechen kann, das zwar gern liest, vor einem Literaturhaus aber noch Schwellenangst hat. Um diese Personen anzusprechen, bietet Bettina Spoerri Diskussionsmöglichkeiten an, in denen man sich über «unsichere Lektüre-Erfahrungen» austauschen kann.