Zum Inhalt springen
Inhalt

100 Jahre Willi Ritschard Der erste Arbeiter im Bundesrat

Legende: Audio 100 Jahre Willi Ritschard in Tönen abspielen. Laufzeit 06:29 Minuten.
06:29 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 28.09.2018.

Am 28. September wäre der frühere Solothurner Bundesrat Willi Ritschard 100 Jahre alt geworden. Der Sozialdemokrat sass von 1974 bis 1983 in der Landesregierung. Am 16. Oktober 1983 verstarb Ritschard auf einer Wanderung im Solothurner Jura, kurz nach seinem 65. Geburtstag, im Amt.

Mann schört Eid in Parlament.
Legende: Keystone

Willi Ritschard war am 5. Dezember 1973 in den Bundesrat gewählt worden – als erster «Arbeiter». Ritschard war gelernter Heizungsmonteur. Seine politische Laufbahn startete er 1943 im Gemeinderat seiner Wohngemeinde Luterbach. Dort wirkte er auch als Gemeindepräsident. 1945 wurde der Gewerkschaftssekretär in den Solothurner Kantonsrat gewählt, 1955 in den Nationalrat. Ab 1963 amtete er als Regierungsrat im Kanton Solothurn.

Mann und zwei Frauen in Kutsche.
Legende: Keystone

In seiner Bundesratszeit von 1974 bis 1983 hatte Ritschard zuerst das Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement geleitet und ab 1980 das Finanzdepartement. Er war bekannt für seine träfen Sprüche. Zum Defizit in der Staatsrechnung 1979 meinte er: «Wem es jetzt, angesichts der roten Zahlen unserer grünen Staatsrechnung, nicht schwarz vor den Augen wird, der ist entweder blind – oder dann kann man ihm auch sonst nicht mehr helfen».

Mann auf Bahngleis schüttelt Hände.
Legende: Keystone

Der SP-Mann Willi Ritschard war ein Befürworter der Atomenergie. Einer seiner Sprüche im Zusammenhang mit Energie: «Was nützt der Tiger im Tank, wenn ein Esel am Steuer sitzt?» Als Sozialdemokrat kämpfte er für einen Staat, der seinen sozialen Pflichten nachkommen kann.

Schwarz-Weiss-Aufnahme: Mann und Frau im Liegestuhl.
Legende: Keystone

Auf einem Ausflug des Bundesrats erleidet Ritschard einen Herzanfall. Er erholt sich davon bei einer Kur im Tessin. «Ich habe mich mit Gymnastik, Schwimmen, Wandern und auch Merlot sehr gut erholt», meinte er nach dem Aufenthalt.

Zwei Männer in Anzug.
Legende: Keystone

Am 3. September 1983 erklärte Willi Ritschard seinen Rücktritt aus dem Bundesrat auf Ende Jahr (zusammen mit FDP-Bundesrat Georges-Andre Chevallaz). Als nach seinem Tod im Bundeshaus ein Kondolenzbuch aufgelegt wurde, trugen sich innert drei Tagen über 10'000 Menschen ein. Auch der offiziellen Trauerfeier in der Solothurner St.-Ursen-Kathedrale wohnten viele Gäste bei.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

24 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    3.Teil/ Ich merkte wie in mir die Wut stieg, als ich das heuchlerische Pack sah, die Willi im Bundeshaus stets das Leben schwer machten. Sie fühlten sich ihm stets intellektuell Überlegen, die Damen & Herren Stände- & Nationalräte, und liesen ihn das spürenund das setzte ihm zu, darum liebte ihn das Volk die dies mitbekamen und weil sie ihn verstanden wenn er was sagt im Fernsehen. Und nun kamen die Heuchler und lobten ihn in vollen Tönen, nachdem sie ihn ins Grab brachten. Traurig!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    2. Teil/ Als es hieß das Bundesrat Willi Ritschard sei an einem Herzinfarkt bei einer Wanderung auf dem Grenchenberg von uns gegangen, überfielen mich Emotionen und ich musste weinen, den ich hatte gerade ein paar Tage vor seinem
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniele Röthenmund (Daniele Röthenmund)
    Beim Volk beliebt , in Bern gemobbt. Oft sehr falsch Beraten worden. Man machte ih das Leben schwer, er wurde sehr oft hintergangen und die Politiker aller Couleur setzten ihm zu, doch das Volk liebte ihn trotzdem oder vielleicht auch deswegen weil es spürte daa wahr niht der Perfeckte Bundesrat aber ein Bodenständiger und Grundehrlicher Mensch, man Verstand ihn und er wahr zum Intellektuellen Furgler ein guter Kontrast. Die nachricht seines plötzlichen Ablebens erreichte mich in de Küche.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen