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Aargau Solothurn 6'000 Menschen demonstrieren gegen Atomkraft

Mehrere Tausend Personen haben am Sonntag auf einer Wiese in Windisch gegen die Atomenergie demonstriert. Sie forderten die sofortige und definitive Ausserbetriebnahme des weltweit ältesten AKW Beznau. Die Kundgebung wurde verregnet.

Legende: Video 6000 Menschen demonstrieren in Windisch abspielen. Laufzeit 00:52 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 19.06.2016.

Die Teilnehmer der vierten nationalen Kundgebung «Menschenstrom gegen Atom» marschierten auf drei verschiedenen Wanderrouten zur Abschlusskundgebung auf einer Wiese neben dem römischen Amphitheater in Windisch. Der Routen führten im Kanton Aargau am AKW Beznau und am möglichen Atomendlager-Standort Bözberg vorbei.

An der verregneten Kundgebung nahmen schätzungsweise 6'000 Personen teil. Die Organisatoren hatten 10'000 Personen erwartet. Es waren dieses Jahr auch weniger als beim letzten «Menschenstrom gegen Atom» 2012 in der Region Bern. Damals wurden rund 8'000 Teilnehmende gezählt.

Sinkende Teilnehmerzahlen

Im Mai 2011, kurze Zeit nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima, nahmen an der gleichen Kundgebung im Aargau 20'000 Personen teil. Es war die grösste Anti-AKW-Demonstration seit 25 Jahren gewesen.

Mehr als 50 verschiedene Umwelt- und Friedensorganisationen hatten zur diesjährigen Kundgebung aufgerufen, die bislang ohne Zwischenfälle verlief. Trotz des Regens herrschte an der Kundgebung eine Volksfeststimmung.

Auch Familien mit Kindern nahmen an der Kundgebung teil. «Tschau Beznau!» und «Atom-Müll Risiko ohne Ende» war etwa auf den vielen Transparenten zu lesen. Es waren auch mehrere Infostände aufgebaut worden.

Forderungen erneuert

An der Abschlusskundgebung bekräftigen die zahlreichen Rednerinnen und Redner ihre Forderungen. Das AKW Beznau solle sofort und definitiv ausser Betrieb genommen werden. Es gebe technische Probleme, und es bestehe ein Alterungsrisiko.

Eine Atomkatastrophe hätte für das Schweizer Mittelland verheerende Auswirkungen. Die Politik habe versagt und spiele auf Zeit und Risiko, hiess es.

Regula Rytz, Berner Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, sagte, es könne nicht weiter akzeptiert werden, dass in der Schweiz mit Beznau 1 das älteste AKW der Welt betrieben werde. Rytz sprach von einem «unglaublichen Risiko».

Die Teilnehmenden des «Menschenstroms gegen Atom» machten sich auch stark für die Atomausstiegs-Initiative, über die das Schweizer Volk voraussichtlich am 27. November abstimmt. Das von den Grünen lancierte Begehren «für den geordneten Atomausstieg» will, dass die AKW nach einer Betriebsdauer von 45 Jahren vom Netz gehen. Auch will die Initiative in der Bundesverfassung festschreiben, dass in der Schweiz kein neues AKW gebaut werden darf.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Die werden wohl bald mit dem Rollator unterwegs sein. Das machen die nämlich bereits seit gefühlten 50 Jahren.
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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    "Beznau 1 sofort abschalten" - ja natürlich: kein Problem. Vorausgesetzt, dass Sie, liebe Demonstrantinnen und Demonstranten: 1.) Standorte für 750 Windturbinen à 2 MW Leistung suchen (gegen politische Widerstände wegen Landschaftsschutz und Geräuschimmissionen); 2.) 4 Quadratkilometer Solarmodule installieren; 3.) mit 400'000 Kubikmetern Li-Ionen-Akkus zusätzliche Speicherkapazität schaffen. Der AKW-Ausstieg ist zu Recht beschlossene Sache; ihn "sofort" zu ermöglichen, ist aber schwierig. Oder?
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Auch wenn diese (angeblich 5000) "Demonstranten(innen)" gegen die Kernenergie, kein AKW-Strom brauchen und ihr Zuhause und Arbeitsplatz ohne Strom aus den Haupt-Stromliefer-Werken (AKW) beziehen, sind unsere AKW neben den Wasserkraftwerken die Hauptmotoren einer gut laufenden Wirtschaft, immer mehr fahrenden öV-Betrieben und angenehmen Wohn- oder Haus-Infrastrukturen! Ob dies bei den rot/grünen militanten AKW-Gegner(innen) wirklich wie beschrieben, zutrifft, bezweifle ich sehr!
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Sie könnten eine Gegendemonstration organisieren. Dies wäre allerdings im Gegensatz zum Kommentarschreiben kein Sonntagsspaziergang.
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    2. Antwort von Edi Steinlin (rosi)
      Es braucht keine Gegendemonstration, das ganze regelt sich selbst. Die Wirtschaft und ein vernünftiges Stimmvolk wird das machen, Planta weiss dies und wir auch.
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    3. Antwort von Max Blatter (maxblatter)
      Richtigstellung: Die AKW liefern in der Schweiz weniger Energie als die Wasserkraftwerke (im Schnitt rund 40% zu 60%). Sie sind also nicht die "Haupt-Stromliefer-Werke".
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    4. Antwort von Andreas Würtz (Andhrass)
      Und gleich noch eine Richtigstellung: die SBB fahren zu 100% mit erneuerbarer Energie. Viele Lokale Verkehrsbetriebe tun das auch. Ich würde Herrn Bolliger also dringend raten, nicht mehr solche offensichtlichen Falschinformationen zu verbreiten.
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