Aargauer Geld für den «Bestatter»: Lohnt sich das?

Am 6. Januar startet die dritte Staffel der TV-Krimiserie «Der Bestatter». Die Aargauer Regierung unterstützt die SRF-Produktion finanziell mit 90'000 Franken aus dem Lotteriefonds. Sie erhofft sich einen touristischen Schub. Was das Geld tatsächlich bringt, lässt sich allerdings nicht beziffern.

Die SRF-Krimiserie «Der Bestatter» hat Traumquoten. Krimifans aus der ganzen Schweiz fiebern mit Mike Müller als Bestatter mit, wenn er Kriminellen das Handwerk legt. Auch die Aargauer Regierung ist begeistert, schliesslich wird im Aargau gemordet – und gedreht.

Und genau deshalb gibt die Aargauer Regierung dafür Geld aus. Der Kanton kann dank prominentem Auftritt das eigene Image verbessern. 30'000 Franken gab es für die zweite Staffel. Nun sind es bereits 90'000 Franken für die dritte Staffel. Kein Steuergeld wohlgemerkt, sondern Geld aus dem Lotteriefonds, das grösstenteils für kulturelle Zwecke eingesetzt wird.

«Es braucht Geduld»

Regierungssprecher Peter Buri ist gegenüber Radio SRF überzeugt: «Der Aargau kann sich touristisch vermarkten dank der TV-Serie.» Darauf hofft auch Aargau Tourismus, die kantonale Tourismusstelle. Geschäftsführerin Andrea Lehner sagt allerdings: Erstens sei der touristische Erfolg für den Aargau nicht messbar, und zweitens brauche es Geduld.

Szene Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mike Müller in Aktion: Szene aus einer früheren Staffel der TV-Serie von SRF. Keystone

«Steter Tropfen höhlt den Stein.» Je mehr Bilder aus dem Aargau die Krimifans zu sehen bekämen, desto eher würden sie wohl einen Ausflug in den Aargau unternehmen. Lehner weist darauf hin, dass zum Beispiel die Besucherzahlen der Schlösser ständig steigen (das Schoss Hallwyl war ein Schauplatz). Auch wenn dies vermutlich nicht nur mit dem Bestatter zusammenhänge.

Bestatter-Führung im Kanton geplant

Aargau Tourismus möchte nun noch stärker vom Erfolg der Krimi-Serie profitieren. «Wir planen eine Bestatter-Führung», sagt Andrea Lehner. Die Krimifans sollen individuell die Schauplätze im Kanton Aargau besuchen. Dort werden Informationstafeln mit Barcodes aufgestellt. Auf dem Smartphone oder Tablet können die jeweiligen Szenen der TV-Serie angeschaut werden.

Mehr Geld gibt es übrigens, weil der Tourismus im Aargau noch stärker profitieren soll, sagt Regierungssprecher Peter Buri. «In Aarau zum Beispiel gibt es seit diesem Herbst Bestatter-Führungen, zudem ist die Medienresonanz grösser, wir können so das touristische Image des Aargaus schärfen.»

Geld für «made im Aargau»

Die Aargauer Regierung investiert aber auch direkt in die Produktion der Krimiserie. Dies, damit nicht nur Aargau drauf steht, sondern auch Aargau drin ist. Staffel eins wurde nämlich im Kanton Zürich gedreht.

Dort ist die Produktionsfirma einquartiert, und ein grosser Teil des Bestatter-Teams. In Zürich zu drehen sei günstiger, als im Aargau zu filmen. Dank zusätzlichen Beiträgen konnten Staffel zwei und drei nun aber im Aargau gedreht werden. Eben auch dank der Unterstützung der Aargauer Regierung.

Laut Regierungssprecher Peter Buri mussten Lokalitäten gemietet und Spesen bezahlt werden. Man wollte zumindest einen Teil dieser Mehrkosten übernehmen. Das Geld aus dem Aargau kommt aus dem Lotteriefonds. Aus diesem Fonds fliesst auch Geld für andere Kultur-Projekte.