Aargauer Pfadi: Das Handy ist auch im Mittelalter dabei

Das erste Kantonallager der Pfadi Aargau seit 14 Jahren hat begonnen. Die 1100 Kinder haben ihre erste Nacht auf dem Ruetschberg verbracht. Die Hitze macht den Pfadfindern etwas zu schaffen. Man habe aber genügend Sonnencreme eingelagert, beruhigt die Lagerleitung.

Kinder als Pfadfinder draussen mit einer Fahne bei der Eröffnungszeremonie des Lagers vor einem Wald. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die 1100 Kinder und 200 Helfer im Kantonallager der Pfadi Aargau haben am Montag ihren ersten Lagerabend erlebt. zvg

Mit der grossen Eröffnungszeremonie am Montagabend hat das Kantonallager der Pfadi Aargau offiziell begonnen. Zwei Wochen voller Abenteuer warten auf die 1300 Kinder und Jugendlichen auf dem Ruetschberg im zürcherischen Pfäffikon.

Das Lager ist wie ein Dorf. Neben Toiletten und Wasserstellen wurden Unterstände, Küchen und Aufenthaltszelte errichtet, 1300 Militärblachen geknüpft, 850 Meter Wasser- und 1700 Meter Stromleitungen verlegt.

Im Lager-Dorf hat es drei Ärzte

«Es geht allen gut», berichtet Hauptlagerleiter André Zihlmann alias Merlin am Dienstag im Regionaljournal Aargau Solothurn von Schweizer Radio SRF. «Die Hitze macht etwas zu schaffen. Aber das ist normal bei diesen Temperaturen. Wir sind immer viel am Trinken und Sonnencreme einstreichen».

Für die angekündigte Hitzewelle sei man gerüstet. Man habe Sonnencreme eingelagert, drei Ärzte kümmerten sich um das Wohl der Lagerteilnehmer, und man gehe mit den Kindern viel in den Wald in den Schatten.

«Diese Zeiten sind leider vorbei»

Das Motto des Kantonallagers lautet: «Erlebe das Mittelalter». Heisst das, dass die Kinder ihre Handys für einmal zwei Wochen lang zu Hause gelassen haben? «Diese Zeiten sind leider vorbei», meint Hauptlagerleiter André Zihlmann.

Es sei erlaubt, das Handy mitzunehmen. Man ermuntere die Kinder aber dazu, es möglichst wenig zu brauchen und stattdessen die Natur zu geniessen. Die Pfadi müsse mit der Zeit gehen, meint Hauptlagerleiter André Zihlmann. Das schade dem Lagerleben aber nicht: «Pfadi ist immer noch Pfadi».

Zu einem modernen Pfadilager gehört mittlerweile nicht nur eine gute Infrastruktur sondern auch eine laufend aktualisierte Homepage und ein eigenes Radioprogramm, das nicht nur im Lagerdorf gehört werden kann, sondern via Livestream in der ganzen Welt.