Aargauer Recyclingunternehmen mit Startschwierigkeiten

Zwei Aargauer Jungunternehmer möchten mit Abfallrecycling Geld verdienen und haben dazu das Unternehmen Recyclingfux gegründet. Es holt wiederverwertbare Abfälle bei Betagten und beruflich eingespannten Menschen ab. Nur, die Gemeinden mit ins Boot zu holen, erweist sich als schwierig.

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Bildlegende: Allerhand wiederverwertbarer Abfall will Recyclingfux bei Aargauer Haushalten und KMU's abholen. Gegen Geld. Keystone

Recyclingfux hat sämtliche Aargauer Gemeinden angeschrieben und eine Bewilligung beantragt für den Abholservice. «Die meisten Gemeinden haben uns leider abgesagt», sagt Geschäftsführer Matteo Avola gegenüber dem Regionaljournal. Sie hätten dies jeweils damit begründet, dass man bereits ein funktionierendes Abfallkonzept habe. Lediglich fünf Zusagen sind bisher beim Jungunternehmen eingegangen. «Natürlich sind wir frustriert.»

Konkurrenz: Ja oder Nein?

Eine der zahlreichen Gemeinden, die Recyclingfux keine Bewilligung gibt, ist Wettingen. «Wir betrachten Recyclingfux als Konkurrenzunternehmen», begründet Gemeindeschreiber Urs Blickenstorfer den Entscheid. Die Sammelmenge der Gemeinde würde dadurch sinken, was Einnahmeeinbussen in der Abfallrechnung zur Folge hätte.

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Recyclingfux...

...sammelt unter anderem Altglas, PET, Batterien, Korkzapfen. Eine Abholung pro Monat in einem Privathaushalt kostet CHF 14.90, zwei Abholungen CHF 22.90. Die Bewilligung erteilt haben bisher folgende Gemeinden: Wohlen, Dottikon, Dintikon, Fischbach-Göslikon, Wohlenschwil. Erst in Wohlen ist der Abholservice bereits angelaufen.

Ist Recyclingfux eine Konkurrenz für die Gemeinden, welche im Aargau die Hoheit über die Abfallbewirtschaftung haben? Recylingfux-Geschäftsführer Matteo Avola verneint dies: «Wir sind lediglich in einem sehr kleinen Umfang tätig.» Dieselbe Meinung vertritt die Gemeinde Wohlenschwil. Eine der fünf Gemeinden, welche Recyclingfux die Bewilligung erteilte.

Gefragt: Überzeugungsarbeit

«Für uns ist das keine Konkurrenz, wer diesen Service in Anspruch nimmt, bezahlt relativ viel, und wir haben dann weniger Abfall zum Recyceln», sagt Erika Schiblin, Gemeindepräsidentin von Wohlenschwil. Ausserdem sei man keine «Verhinderer-Gemeinde», wenn jemand etwas Nützliches anbiete, dann wolle man dem nicht im Weg stehen. «Und natürlich möchten wir Jungunternehmen eine Chance geben.»

Recyclingfux denkt derweil nicht ans Aufgeben. «Aller Anfang ist schwer, aber wir ziehen unsere Idee durch», so Geschäftsführer Matteo Avola. Er hofft, dass er mit der Zeit, wenn der Abohlservice angelaufen ist, doch noch weitere Gemeinden überzeugen kann. Finanziellen Ruin müssen die Jungunternehmen nicht befürchten, für beide ist Recyclingfux nur ein Nebenberuf.