Bewerbungsgespräche üben Aargauer Schüler trainieren für den Ernstfall

Schülerin sitzt am Tisch mit Mann, beide schauen auf ein Dossier das auf dem Tisch liegt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Benjamin Link ist Teamleiter bei der Crédit Suisse und analysiert mit Schülerin Sara Mitreska ihr Bewerbungsdossier. Bähram Alagheband/SRF

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Bewerbungsberatung der Pro Juventute

2:17 min, aus Tagesschau vom 17.6.2017

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pro Juventute bietet für Realschüler der Oberstufe Übungs-Bewerbungsgespräche an.
  • 14- und 15-Jährige können mit Teamleitern von Grossfirmen Bewerbungsgespräche üben.
  • 2016 fand dieses Projekt erstmals statt in den Kantonen Aargau, Zürich, Luzern und Zug.

Es ist 8.45 Uhr im Klassenzimmer der Oberstufen-Realschule von Mellingen-Wohlenschwil. Eine gewisse Nervosität ist zu spüren, bei den 17 Schülerinnen und Schüler. Denn gleich kommt ein Moment, den sie wohl nicht so schnell vergessen werden. Es ist das erste Bewerbungsgespräch in ihrem Leben. Kein richtiges, und doch sind viele angespannt.

Mehr Übung dank Rollenspielen

«Ja, ich bin sehr nervös», meint der 14-jährige Nick aus Tägerig. «Ich hoffe, dass ich nichts Falsches sage.» Der Junge steht vor der Türe von Olga Sirovatcenko. Eigentlich ist sie bei der Grossbank Crédit Suisse angestellt und dort jeweils mit dabei, wenn Bewerber das erste Gespräch haben.

Heute ist ist sie Nicks mögliche zukünftige «Chefin». Er möchte Assistent «Gesundheit und Soziales» in einem Pflegeheim werden. Beide begrüssen sich, und das Gespräch beginnt. Nick erzählt von seiner Familie, von Stärken und Schwächen, und warum er in die Alterspflege möchte. Er könnte gut mit Menschen, und scheue sich nicht davor, fremde, ältere Leute zu waschen und zu pflegen.

Ein fester Händedruck

Nach knapp 20 Minuten ist das Gespräch vorbei. «Ich muss etwas mehr über mich erzählen. Ach ja, und ich muss einen festeren Händedruck haben», meint Nick und erklärt, wo er sich noch steigern kann. Ja, er habe davon profitiert, so Nick. Ähnlich wie ihm ergeht es Sara, Alischia, Divonan und 13 anderen Schülern dieser Klasse.

Sie sind Teil eines Projekts der Stiftung Pro Juventute. Sie bietet in Zusammenarbeit mit Firmen wie Crédit Suisse, UBS oder Google solche Trainings an. 2016 begann das Projekt in den Kantonen Aargau, Zürich, Luzern und Zug. 700 Schüler konnten profitieren.

2017 gibt es Trainings in der ganzen Deutschschweiz. «Für Realschüler ist der Übertritt von der obligatorischen Schulzeit ins Berufsleben manchmal etwas schwieriger als für andere Schüler. Mit diesen Trainings wollen wir helfen», erklärt Katja Wiesendanger, Direktorin von Pro Juventute.