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Legende: Audio Kampf um Herzchirurgie im Aargau wohl entschieden abspielen. Laufzeit 02:04 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 03.04.2019.
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Aargauer Spitäler Der Kampf um die Herzchirurgie ist wohl schon entschieden

  • Die neue Spitalliste des Kantons Aargau besteht erst als Entwurf. Im Juni entscheidet die Regierung definitiv. Sie erteilt den Spitälern Leistungsaufträge.
  • Die Spitäler kennen der Vorschlag aus dem Gesundheitsdepartement aber bereits. Die Hirslanden-Klinik sagt, sie fühle sich wohl mit der Liste.
  • Daraus lässt sich schliessen, dass die Herzchirurgie bei der Hirslanden-Klinik bleibt und nicht ans Kantonsspital Aarau geht.

Grosser Paukenschlag vor fünf Jahren. Die Klinik Hirslanden in Aarau gab bekannt, dass der bekannteste Herzchirurg der Schweiz, Thierry Carell, ab dem 1. Mai 2014 die Herzchirugie der Hirslanden leiten werde.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass das Kantonsspital Aarau (KSA) und die Hirslanden Klinik in der Herzmedizin eng zusammenarbeiten wollen. Die Arbeitsteilung sah so aus: Im KSA die Kardiologie (Eingriffe ohne Öffnung des Brustkorbes), in der Hirslanden die Operationen am offenen Herzen.

Grosser Paukenschlag dann Ende September 2018: Das KSA gab bekannt, dass es die Zusammenarbeit mit der Hirslanden Klinik im Bereich der Herzmedizin aufgeben wolle. Man wolle eine eigene Herzchirurgie aufbauen und diesen Leistungsauftrag über die Spitalliste erhalten. Danach herrschte dicke Luft zwischen den beiden Spitälern.

Laut Kennern des Gesundheitswesens wäre es nicht sinnvoll, im Aargau zwei Herzchirurgien aufzubauen, noch dazu in der gleichen Stadt. Gespannt wartet man darum auf die neue Spitalliste des Aargaus. Der Entwurf dazu wurde den Spitälern bereits zugestellt.

Entflechtung in Aarau

Die Sprecherin der Hirslanden Klinik sagt auf Anfrage von SRF, man würde sich «wohl fühlen», wenn die Liste so durchkommen würde, wie man sie gesehen habe. Das deutet darauf hin, dass die Herzchirurgie bei der Hirslanden bleibt.

Ein weiteres Indiz, dass es so ist: Barbara Hürlimann, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Kanton Aargau, sagt im Gespräch mit SRF, man strebe in Aarau eine Bereinigung im «komplex-spezialisierten Bereich» an. KSA und Hirslanden seien Zentrumsspitäler, deren Angebot in weiten Teilen deckungsgleich sei. Das wolle man mit der neuen Spitalliste ändern.

Wozu eine Spitalliste?

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Die Spitalliste definiert, welches Spital welche Leistung erbringen darf bzw. auch muss. Die Regierung muss über die Liste sicherstellen, dass es nirgends eine Unterversorgung gibt, aber auch keine Überversorgung. Die Leistungsaufträge werden nur erteilt, wenn das Spital Auflagen zu Qualität, Wirtschaftlichkeit, Ausbildung, Hygiene etc. erfüllt. Ist ein Spital auf der Liste, bezahlt der Kanton 55 Prozent jeder Behandlung. Den Rest decken die Krankenkassen. Auf der Spitalliste des Aargaus sind alle Spitäler des Kantons. Dazu aber auch mehrere ausserkantonale Spitäler, z. B. das Universitätsspital Basel und das Kinderspital Zürich. Diese bieten sehr spezialisierte Behandlungen an, die im Aargau nicht vorhanden sind. Im Aargau müssen sich die Spitäler alle vier Jahre für Leistungsaufträge bewerben. Im Juni 2019 entscheidet die Regierung, wie die Spitalliste 2020 aussieht.

Muss man das so interpretieren, dass gewisse Leistungsaufträge nur noch jeweils einem Spital erteilt werden? Die Herzchirurgie und vielleicht die Kardiologie bei der Hirslanden? Dafür andere Bereich, zum Beispiel die hoch spezialisierte Viszeralchirurgie, nur noch im KSA?

Auf Anfrage beim KSA heisst es, man habe eine «umfassende Bewerbung eingereicht. [...] Speziell gemeint sind hier die Intensivmedizin, die Kardiologie, die Nephrologie mit der Dialyse. [...] Eine erste Einschätzung durch das DGS zeigt, dass das KSA mit seiner Bewerbung auf dem richtigen Weg ist.» Die Herzchirurgie erwähnt das KSA in seiner Rückmeldung nicht.

Entschieden ist noch nichts. Die Regierung beugt sich im Juni über die Spitalliste. Aber die Indizien mehren sich, dass der Kampf um die Herzchirugie in Aarau bereits entschieden ist.

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