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Aargauer Spitäler Keine Anreize mehr für unnötige Behandlungen

So ist es bisher: Je mehr Eingriffe ein Arzt vornimmt, je mehr verdient er. Für Chefärzte rentiert es sich, viele Eingriffe vorzunehmen. Die zeigen die Zahlen des Kantons Aargau. So machen beim Kantonsspital Aarau die fixen Gehälter nur gerade etwa die Hälfte der Löhne aus. Den Rest verdienen die Ärzte direkt an den Behandlungen.

Dies ist problematisch, da die Ärzte finanziell profitieren, wenn sie möglichst viel operieren. Die Schweizer Ärztegesellschaft FHM geht davon aus, dass fast ein Prozent der Behandlungen unnötig ist. Dies treibt die Kosten des Gesundheitswesens in die Höhe.

Mehrere Ärzt operieren
Legende: Wer häufig zum Skalpell greift, profitiert finanziell. Keystone

So soll es in Zukunft sein: Die Aargauer Regierung möchte vom aktuellen Lohnsystem wegkommen. Das heisst, die Menge der Eingriffe soll nicht mehr darüber bestimmen, wie viel ein Arzt verdient. Die Kantonsspitäler Aarau und Baden würden ihre Lohnstruktur per 2019 auch entsprechend anpassen, schreibt die Regierung.

Bei den Regionalspitälern kann der Kanton nicht direkt Einfluss nehmen, da er nicht deren Besitzer ist. Allerdings möchte die Regierung indirekt mitbestimmen, und zwar über die Spitalliste. Sprich: nur wenn die Regionalspitäler ihre Ärzte nicht mehr anhand der Anzahl Eingriffe entlohnen, kommen sie auf diese Liste.

So gut verdienen Ärzte: Im Kantonsspital Aarau verdienen die Chefärztinnen und -ärzte zwischen 304'751 und 868'560 Franken pro Jahr. Insgesamt kommen die rund 40 Chefärzte auf eine Lohnsumme von gemeinsam rund 20 Millionen Franken. Die Hälfte davon verdienen sie direkt durch Behandlungen, vor allem von Halbprivat- und Privatpatienten.

Fällt dieses Geld weg, würden die Ärzte viel weniger verdienen. Ob man dies durch einen höheren Fixlohn kompensiert, kann das Aargauer Gesundheitsdepartement noch nicht sagen. In der Spitalbranche befürchtet man auf jeden Fall, dass Ärzte abwandern, wenn die Arbeit im Aargau finanziell nicht mehr so attraktiv wäre.

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