Aargauer Verbraucherschutz: Gift im Brokkoli und im Schnaps

Pestizide in chinesischem Brokkoli, krebserregende Stoffe in einheimischem Schnaps: Der Aargauer Verbraucherschutz hat am Montag seinen Geschäftsbericht 2012 veröffentlicht. Die Gesundheitshüter hatten viel zu tun.

Ein Laborant füllt mit einer Pipette etwas in einen Behälter (Symbolbild) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Labor des Aargauer Amts für Verbraucherschutz ist auf den Nachweis von Pestiziden spezialisiert. Keystone

Das Amt für Verbraucherschutz im Kanton Aargau ist auf die Ermittlung von Pestiziden spezialisiert. Deshalb untersuchte das kantonale Labor im vergangenen Jahr auch Gemüseproben, die vom Flughafenzoll in Zürich in den Aargau geschickt wurden.

Eine dieser Proben sorgte für Alarmstimmung: In einem chinesischen Brokkoli fanden die Chemiker Rückstände von 16 verschiedenen Pestiziden. Deshalb setzten die Verbraucherschützer aus dem Aargau eine EU-weite Alarmmeldung ab. «Dieser Brokkoli war vor allem für spezialisierte Asia-Shops gedacht, er wird nicht in Grossverteilern verkauft, zumindest nicht im Aargau», erklärt die Leiterin des Amts für Verbraucherschutz, Alda Breitenmoser.

Kosmetik-Produkte «sehr unerfreulich»

Produkte aus Asien sorgen auch in anderen Bereichen für negative Schlagzeilen: Die Situation bei Kosmetik-Produkten sei generell «sehr unerfreulich», heisst es in einer Mitteilung des Gesundheitsdepartementes vom Montag. Besonders stossend waren die Ergebnisse bei der Untersuchung von Kinder-Kosmetika: Rund die Hälfte aller Proben habe die Anforderungen nicht erfüllt.

In vielen Produkten fanden sich krebserregende Stoffe und nicht deklarierte allergene Duftstoffe, also Stoffe, die bei empfindlichen Menschen Allergien auslösen können. Alda Breitenmoser betont gegenüber Radio SRF: «Es sind vor allem Import-Produkte aus dem asiatischen Raum betroffen. Einheimische Kosmetikprodukte sind weniger problematisch.»

Fehler bei der Schnaps-Produktion im Aargau

Aber auch einheimische Produkte wurden von den Verbraucherschützern beanstandet: Das Aargauer Labor untersuchte Spirituosen von einheimischen Brennereien und Direktvermarktern. 4 von 33 Proben wurden aus dem Verkehr gezogen. «Die Hersteller haben Fehler gemacht bei der Verarbeitung des Steinobst, dadurch waren krebserregende Stoffe im Schnaps enthalten», erklärt Alda Breitenmoser.

Welche Konsequenzen hat diese Nachlässigkeit? «Die entsprechenden Produkte wurden vernichtet. Die Produzenten müssen nachweisen, wie sie diesen Fehler in Zukunft vermeiden. Und wir werden dies mit weiteren Stichproben natürlich überprüfen.»

Strenge Regeln gelten nicht nur für die Produktion, sondern auch für den Handel. In diesem Bereich kontrollierte der Verbraucherschutz Marktfahrer. Diese hatten gefährliche Laserpointer an Kinder verkauft, obwohl solche Laserpointer erst ab 14 Jahren zugelassen sind. «Die Marktfahrer wussten gar nichts von dieser Regelung, wir haben deshalb ein Merkblatt verfasst und abgegeben», sagt Alda Breitenmoser.

«  Man darf erwarten, dass die Regeln bekannt sind. »

Dr. Alda Breitenmoser
Leiterin Amt für Verbraucherschutz

Bei so vielen schlechten Prüfresultaten stellt sich natürlich die Frage: Sind die Regelungen zum Gesundheitsschutz nicht einfach viel zu kompliziert? Alda Breitenmoser verteidigt die Situation: «Natürlich ist es nicht einfach alle Regelungen zu kennen. Aber wer zum Beispiel nur mit Kinderspielzeug handelt, der muss halt einfach diese Regelungen kennen. Das darf man auch erwarten.»