Aargauischer Feuerwehrverband hat schwierige Zeiten hinter sich

Der Geschäftsbericht 2013 des Aargauischen Feuerwehrverbandes liest sich dramatisch: «Fortbestand des Verbandes gefährdet» steht darin etwa. Der Präsident beruhigt: das Unheil habe rechtzeitig abgewendet werden können, der Verband sei wieder auf Kurs.

Von «erheblichen finanziellen Schwierigkeiten» ist im Geschäftsbericht 2013 des Aargauischen Feuerwehrverbandes die Rede. Die Revisoren hegen «Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung des Verbandes».

Feuerwehrmann auf einer Hebebühne spritzt mit Wasser. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Zweifel an der Fähigkeit zur Fortführung des Verbandes». Keystone

Was ist geschehen? Für 2013 hatte der Verband ursprünglich ein Minus von 31‘000 Franken budgetiert. Im Verlaufe des Jahres hat der Vorstand dann aber erkannt, dass sich der Verband das Minus keinesfalls leisten kann.

Das Eigenkapital war nämlich schon 2012 praktisch aufgebraucht worden, was bei der Budgetierung für 2013 allerdings noch nicht klar gewesen war.

2013 sollte mit schwarzen Zahlen abschliessen

In der Folge hat Präsident Joe Habermacher 2013 das Steuer herumgerissen und auf die Sparbremse gedrückt: «Events, die nicht absolut zwingend sind, mussten wir zurückfahren. Teilnahmen unserer Vorstandsmitglieder an verschiedenen Anlässen musste ich reduzieren».

Nun sei der Feuerwehrverband wieder auf Kurs, sagt Präsident Habermacher. Für 2013 sollte es schwarze Zahlen geben. Und schwarze Zahlen sind – zwingend – auch im Budget für 2014 vorgesehen. Die Delegiertenversammlung wird das Budget am 30. November in Brugg beschliessen.

Feuerwehrverband im Umbruch

Es wird die 112. Delegiertenversammlung sein – der Aargauische Feuerwehrverband kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Derzeit muss er sich allerdings für die Zukunft rüsten. Der Verband befinde sich in einem heftigen Umbruch, erklärt Präsident Joe Habermacher. Das Ziel sei, den Verband zu professionalisieren. Seit diesem Jahr verfügt der Verband beispielsweise über eine Geschäftsstelle.

Während dieser Umbruchphase scheint der Überblick über die Finanzlage verloren gegangen zu sein. Ohne seine Vorgänger kritisieren zu wollen, meint Präsident Habermacher: «Früher war das Kostengefüge zu wenig transparent». Erst 2013 konnte jetzt Licht ins Dunkel gebracht werden, Aufwendungen und Erträge sauber aufgelistet werden.

Zukunftssorgen bleiben

Ganz über den Berg ist der Aargauische Feuerwehrverband noch nicht. Noch ist weiterhin Sparen angesagt. Unter anderem drücken neue Vorschriften aufs Budget: der Verband muss beispielsweise neu für seine Chargierten Sozialabgaben zahlen. 10‘000 Franken sind dafür im Budget 2014 vorgesehen.

Zudem kommen weniger Mitgliederbeiträge in die Verbandskasse, weil die Aargauer Feuerwehren miteinander fusionieren und der Verband dadurch Mitglieder verliert.