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Aargau Solothurn Absage an höhere Entschädigung für Uerkheimer Gemeindeammann

Es ist ein bekanntes Problem: Viele Gemeinden bekunden Mühe, ihre Exekutivposten zu besetzen. Das erklärte Ziel des Kantons Aargau und der Gemeindeammänner-Vereinigung ist es deshalb, das Milizsystem zu stärken – unter anderem mit höheren Entschädigungen. In Uerkheim ist dies nun gescheitert.

Die Gemeindeversammlung der Aargauer Gemeinde Uerkheim hat am Donnerstagabend das neue Besoldungsreglement deutlich abgelehnt. Demnach erhalten der Gemeindeammann und die übrigen Mitglieder des Gemeinderates künftig keine höheren Entschädigungen für ihren Aufwand.

Überlastung führt zu Rücktritten

Auf das Konto von Gemeindeammann Markus Gabriel fliessen jährlich 15'000 Franken. Ab 2017 hätten es 30'000 Franken sein sollen. «Wir konnten den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern nicht darlegen, dass es höhere Entschädigungen braucht», sagt Gabriel gegenüber SRF. Die Argumente des Gemeinderates hätten die Gemeindeversammlung nicht überzeugt, bedauert er.

«Das Problem, den Beruf, die Familie und den Gemeinderat unter einen Hut zu bringen, ist damit weiterhin nicht gelöst.» Laut Gabriel sind in Uerkheim in der laufenden Amtsperiode bereits drei Gemeinderäte zurückgetreten, weil sie überlastet waren. «Wir wollten die Gemeinderäte besser entschädigen, damit sie es sich finanziell leisten können, das berufliche Pensum zu reduzieren.»

Stimmbürger nicht leicht zu überzeugen

Markus Gabriel ist nicht nur Gemeindeammann von Uerkheim, sondern auch im Vorstand der Gemeindeammänner-Vereinigung, eben jene Vereinigung, welche eine höhere Entschädigung für Gemeinderäte und –ammänner empfiehlt in einem neuen Leitfaden. So kam es auch, dass Uerkheim als erste Gemeinde den neuen Leitfaden anwenden wollte.

Gabriel hofft nun, dass andere Gemeinderäte mehr Erfolg haben damit, höhere Entschädigungen durchzubringen. «Das ist wirklich zu hoffen, denn das Problem der Überlastung betrifft sämtliche Aargauer Gemeinden.» Allerdings sei es wohl eine Tatsache, dass es schwierig sei, dies den Stimmbürgern zu erklären.

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