AEK Energie AG überschüttet Aktionäre mit Geld

Die Solothurner AEK Energie AG meldet für 2013 erneut mehr Gewinn: Sie hat im letzten Geschäftsjahr 10,7 Millionen Franken verdient, obwohl das Stromgeschäft nicht gut lief. Die AEK sitzt auf sehr viel Bargeld. Sie will den Aktionären darum 75 Millionen Franken zurückgeben.

Die AEK Energie AG hat viel Geld, viel zu viel Geld. Mit einem Eigenkapitalanteil von 75 Prozent ist sie weit überkapitalisiert. Hat eine Firma 40 Prozent Eigenkapital, gilt sie als kerngesund.

Gebäude Holzheizung mit Logo der Gemeinde und Logo von AEK. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Contracting-Geschäft läuft: Im Wärmeverbund Oensingen wurde ein zusätzlicher Holz-Heizkessel installiert. zvg

Der Verwaltungsrat der AEK hat deshalb entschieden, dass die Aktionäre eine Sonderdividende von total 75 Millionen Franken erhalten sollen. Pro Aktie gibt das 12'500 Franken. Freuen dürfen sich jetzt die beiden Hauptaktionäre BKW und Alpiq. Sie erhalten je knapp 30 Millionen Franken.

Aber auch einige Gemeinden der Region erhalten Geld. Auch sie haben Aktien der AEK Energie AG. Definitiv entscheiden wird die Generalversammlung vom 2. Mai. Ein Ja ist wahrscheinlich, denn das Geld wurde für Projekte auf die Seite gelegt, die nie realisiert werden konnten, nämlich das Holzverarbeitungszentrum Luterbach und eine neue Heizung für die Papierfarbrik Biberist.

Und auch wenn die Sonderdividende ausgeschüttet ist, geht es der AEK Energie AG noch sehr gut. Sie hat auch dann noch einen Eigenkapitalanteil von 60 Prozent. Mehr als genug, um in den nächsten Jahren in den Netzausbau und ins Contracting (Mietheizungen) zu investieren.

Stromabsatz und -marge gehen zurück

173,5 Millionen Franken Umsatz hat die Solothurner AEK Energie AG im letzten Jahr erwirtschaftet. Das ist ein Minus von 1,3 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere der Stromabsatz sei gesunken, teilt die Firma am Montag mit. Sie habe weniger Strom an Grosskunden und KMU verkauft, was mit den konjunkturellen Problemen zum Beispiel im Stahlgeschäft zu tun habe.

Die Privatkunden allerdings haben zwei Prozent mehr Strom verbraucht. Dabei haben rund 90 Prozent der Kunden das neue Standardprodukt «blauer Strom» bezogen, also Strom aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft. Auch die Gewerbekunden nutzen dieses Produkt zu 87 Prozent, wie AEK festhält. Allerdings: Für den noch teureren «grünen Strom» habe sich kein gewerblicher Kunde erwärmen können.

Erfolg mit Wärme, Pellets und Elektro-Installationen

Die Strompreise sind im Keller, das spürt auch die AEK Energie AG. Trotzdem konnte die Firma ihren Gewinn noch einmal steigern, auf 10,7 Millionen Franken (gegenüber 8,8 Millionen Franken im Vorjahr). Allerdings hätten dazu vor allem die Geschäftsfelder ausserhalb des Strombereichs beigetragen, hält die Firma fest.

Viel Erfolg haben die Contracting-Angebote der AEK, also die Versorgung per Wärmeverbund. In Oensingen wurde ein zusätzlicher Holz-Heizkessel installiert, auch die Wärmeverbunde in Bellach, Derendingen, Luterbach und Roggwil habe man deutlich ausgebaut.

Auch das Pelletgeschäft läuft erfreulich: Seit zehn Jahren ist die Tochterfirma AEK Pellet AG aus Balsthal in diesem Bereich tätig, sie ist nach eigenen Angaben die grösste Schweizer Pellet-Produzentin. Aktuell würden immer häufiger auch grosse Holzpellet-Heizungen installiert, heisst es. Ebenfalls zum Erfolg beigetragen hat das Installationsgeschäft: Die AEK Elektro AG profitiert von der weiterhin regen Bautätigkeit in der Region Solothurn.

Die AEK Energie AG betreut 40'000 Endkunden am Jura-Südfuss. Sie beschäftigt 231 Mitarbeitende, davon 35 Lernende. Der Hauptsitz der Firmengruppe befindet sich in Solothurn.