Ältere Autofahrer: Selbstverantwortung oder strengere Kontrollen?

Im Kanton Aargau hat es in den letzten Tagen viele Unfälle mit betagten Automobilisten gegeben. Die Kantonspolizei Aargau appelliert an die Vernunft: Ältere Autofahrer sollten ihren Ausweis auch mal freiwillig abgeben. Nicht allen reicht das.

Zwei ältere Männer sitzen im Auto und fahren auf der Autobahn. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein 83-jähriger Autofahrer lässt sich von einem Fahrberater beurteilen. Keystone

Was tun, damit ältere Menschen sich und andere im Strassenverkehr nicht in Gefahr bringen? Auch die Stiftung für Strassenopfer Roadcross appelliert auch an die Freiwilligkeit.

Mediensprecher Silvan Granig: «Es ist ein schleichender Prozess, man merkt nicht sofort, wenn die Fahrtauglichkeit nicht mehr so gut ist.» Roadcross empfiehlt älteren Autofahrern deswegen regelmässige Tests, zum Beispiel beim TCS.

Auch das Gesetz verlangt, dass Autofahrer ab 70 Jahren regelmässige Tests bei ihrem Vertrauensarzt machen.

Vertrauensarzt reicht nicht

Noch weiter gehen die Forderungen von GLP-Grossrat Peter Schuhmacher. Für ihn reichen die Test beim Vertrauensarzt nicht. «Der Vertrauensarzt ist oft der Hausarzt. Das ist falsch, denn er ist ein Lebensbegleiter. Es sollte ein unabhängiger Arzt diese Tests durchführen», so Schuhmacher.

Die Hausärzte müssen für diese Tests eine Weiterbildung absolvieren. Diese dauert einen Tag und hat zum Ziel, dass bei all diesen Tests dieselben Kriterien gelten.

Streng genug

Diese Weiterbildung habe schon viel bewirkt, heisst es beim Aargauer Strassenverkehrsamt auf Anfrage. «Wir haben festgestellt, dass nun viel mehr Lenker und Lenkerinnen an Spezialisten weitergewiesen werden. Dies bringt eine massive Qualitätsverbesserung mit sich», sagt der Leiter des Strassenverkehrsamt Johannes Bär.

Im Jahr 2012 wurden im Aargau 28‘000 Lenker und Lenkerinnen ab 70 Jahren überprüft.