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Der starke Franken, die Online-Konkurrenz und jetzt Corona: Pasito-Fricker ist am Ende
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 15.05.2020.
abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
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Alle Läden geschlossen Keine Schuhe mehr bei Pasito-Fricker

  • Die Schuhkette Pasito-Fricker aus Spreitenbach AG steht vor dem Aus.
  • Alle 23 Filialen wurden am Freitag geschlossen.
  • 69 Personen könnten ihre Stelle verlieren.
  • Die Firma macht die Corona-Krise verantwortlich.

Ob in Aarau, Olten, Zürich oder Chur: Die Filialen von Pasito-Fricker waren am Freitag zu. Und das bleiben sie möglicherweise für immer. Die Handelskette mit ihren Marken Fricker, Crispino und Pasito hat die Bilanz deponiert und den Konkurs angemeldet.

Corona machte alles noch schlimmer

Die Schuhhandelsbranche stehe seit Längerem unter massivem Druck, teilt Verwaltungsratspräsident John Ammann auf Anfrage von SRF mit. Die mehrwöchige Schliessung der Verkaufslokale wegen der Corona-Krise habe die Situation nun nochmals drastisch verschärft.

Pasito-Fricker habe über Wochen keine Umsätze erzielt und trotz Bemühungen keinen Überbrückungskredit erhalten, sagt Ammann. Der verordnete Stillstand wegen der Corona-Krise habe die Restrukturierungen der vergangenen Jahre zunichte gemacht.

Die Online-Konkurrenz

Das Ende kommt nicht überraschend. In den vergangenen sechs Jahren wurden wiederholt Filialen geschlossen, die Zahl der Läden mehr als halbiert. Zudem wurde Personal abgebaut. 2018 zählte Pasito-Fricker 120 Mitarbeitende, zuletzt waren es noch 69.

Unter anderem wurde der starke Franken für den Niedergang verantwortlich gemacht. Ausserdem hatte das Unternehmen auch mit dem Strukturwandel im Schuhgeschäft zu kämpfen. Der Online-Handel, an dem sich Pasito-Fricker nicht aktiv beteiligte, sei eine sehr grosse Konkurrenz, erklärten die Verantwortlichen 2018 in den Medien. Der stationäre Handel mit Läden an zum Teil guter und teurer Lage könne so kaum profitabel arbeiten.

Millionenverluste

Bis 2014 gehörte Pasito-Fricker einem deutschen Schuhhandelsunternehmen. Dann kaufte Investor Guido Fluri – Initiant der Wiedergutmachungsinitiative für Verdingkinder – die Firma. Während Pasito-Fricker 2015 und 2016 noch Millionenverluste einfuhr, konnte Fluri 2017 den Verlust auf mehrere hunderttausend Franken eindämmen.

Nach mehreren Sanierungsrunden und Restrukturierungen sah es 2018 so aus, als könnte es Pasito-Fricker schaffen. Guido Fluri verkaufte die Mehrheit am Unternehmen an Investoren aus dem Ausland. Klappe es mit dem Turnaround nicht, sei er bereit, bis zu einer Million Franken in das Unternehmen einzuschiessen, sagte Fluri damals der Handelszeitung. Nun scheint doch das definitive Ende von Pasito-Fricker gekommen.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr ;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    In der geschilderten Situation dem Corona Virus die Schuld zu geben, greift natürlich zu kurz. Aber das wissen die Verantwortlichen sicher selbst. Nicht einmal den Lockdown-Regelungen kann so etwas in die sprichwörtlichen Schuhe geschoben werden. Denn wenn dieser Betrieb ohne diese Krise eine echte Chance gehabt hätte, müsste es möglich gewesen sein mit den Liquiditätsspritzen des Bundes die Zeit durchzustehen. Somit sieht das hier eher aus wie eine natürliche Flurbereinigung.
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