Alstom: Grösster privater Arbeitgeber im Aargau wird amerikanisch

Fast einstimmig haben die Aktionäre des französischen Alstom-Konzerns den Verkauf der Energiesparte an den US-Konzern General Electric (GE) gebilligt. Während einer ausserordentlichen Generalversammlung stimmten am Freitag in Paris 99,2 Prozent der Anleger für den Deal.

Alstom Schweiz Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Hauptsitz von Alstom Schweiz in Baden. SRF

Für Jürg Baumgartner, Personal-Vertreter von Alstom Schweiz, ist das klare Ja der Aktionäre eine gute Nachricht: «So haben wir wieder eine Zukunft, die wir unter dem Namen Alstom nicht mehr gehabt hätten. GE will den Energiemarkt ausbauen. Das ist positiv für uns.»

GE übernimmt das ganze Energiegeschäft von Alstom. Dazu gehört die Alstom Schweiz AG mit den Arbeitsplätzen in Baden und Birr. Sie ist spezialisiert auf die Herstellung von Gasturbinen.

Und GE übernimmt auch die Alstom Grid mit Sitz in Oberentfelden. Insgesamt arbeiten im Aargau rund 6500 Personen für Alstom, es ist somit der grösste private Arbeitgeber im Kanton.

Französische Regierung legte sich quer

Den Weg für die Übernahme hatte nach langem Zögern die französische Regierung freigemacht. Wegen der strategischen Bedeutung von Altom hatte sich Paris während des Übernahmepokers zwischen GE und Siemens nebst japanischem Partner Mitsubishi Heavy Industries eigens ein Vetorecht gesichert. Gleichzeitig steigt Frankreich mit 20 Prozent als grösster Aktionär bei Alstom ein.

Den Zuschlag hatte der US-Industrieriese im Juni erhalten. GE hatte das Energiegeschäft mit 12,35 Mrd. Euro bewertet und will Gemeinschaftsunternehmen mit Alstom gründen. Ziel ist ein weltweit wettbewerbsfähiges Unternehmen im Energie- und Netzbereich. Mit Zustimmung der Wettbewerbshüter soll das Geschäft bis Mitte des kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Kein grosser Kulturwandel erwartet

In Baden sieht man dem Wechsel vom französischen Management zum amerikanischen gelassen entgegen. Alstom-Personal-Vertreter Jürg Baumgartner: «Wir sind schon jetzt eine Multikulti-Firma mit über 50 Nationen. Unsere Sprache ist englisch. Ob wir französisch, englisch oder amerikanisch sind, das spielt für die meisten wohl gar keine Rolle.»