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Legende: Audio Subventionen für Solothurner Senioren-Tagesstätten haben noch nicht die erhoffte Wirkung abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 17.07.2019.
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Alternative zum Altersheim Senioren-Tagesstätten kommen nicht vom Fleck

Seit 2018 erhalten Solothurner Senioren von ihren Gemeinden Geld, wenn sie eine Senioren-Tagesstätte besuchen. Die Hoffnungen waren gross, als das neue Gesetz in Kraft trat: Dank den zusätzlichen Subventionen sollte es mehr Senioren-Tagesstätten geben, und mehr Senioren sollten das Angebot nutzen.

Die Bilanz nach anderthalb Jahren ist ernüchternd: Die erhoffte Wirkung ist bislang ausgeblieben. Statt mehr Senioren-Tagesstätten gibt es sogar eine weniger. Aktuell hat es im Kanton Solothurn neun Senioren-Tagesstätten mit insgesamt ca. 70 Plätzen. Das sind gleich viele Plätze wie 2015.

Das sind Senioren-Tagesstätten

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In Senioren-Tagesstätten können betagte Menschen einige Stunden oder den ganzen Tag verbringen. Sie werden betreut und können gemeinsam kochen, essen, jassen, spazieren, usw. Anders als in einem Altersheim verbringen sie die Nacht zu Hause. Pflegende Angehörige schätzen die Entlastung, welche die Tagesbetreuung bietet.

Max Oser sieht vor allem zwei Gründe, weshalb das Konzept der Senioren-Tagesstätten nicht vom Fleck kommt. Oser ist im Vorstand der Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime für den Bereich «Neue Wohnformen» zuständig, und damit auch für die Senioren-Tagesstätten.

Tagesstätten wollen mehr Geld

Grund 1, warum es nicht mehr Senioren-Tagesstätten gibt: Für eine ganztägige Betreuung inklusive Mittagessen dürfen Senioren-Tagesstätten maximal 125 Franken verlangen. Das sei zu wenig, sagt Max Oser: «Wenn wir eine Vollkostenrechnung machen, sind 125 Franken nicht kostendeckend». Derzeit laufen Verhandlungen mit Kanton und Gemeinden. Die Solothurner Senioren-Tagesstätten möchten für ihre Leistungen mehr verrechnen können.

Mann
Legende: SRF

Mit Senioren-Tagesstätten liesse sich Geld sparen, ist Max Oser überzeugt. Denn wer eine Tagesstätte besuche, trete später ins Altersheim ein. Leider habe sich diese Erkenntnis in der Politik aber noch nicht ganz durchgesetzt: «Die kurzfristigen Kosten stehen halt immer noch oft im Vordergrund, obwohl die kurzfristigen Kosten eben günstiger wären als die langfristigen.»

So viel kostet ein Tag

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Solothurner Senioren-Tagesstätten dürfen für einen Tag 125 Franken verrechnen. Der Senior bezahlt 60-70 Franken. Den Rest übernehmen die Krankenkasse (sofern jemand mindestens 7 Stunden bleibt) und die Wohngemeinde. Für Senioren mit Demenz zahlt die Gemeinde 30 Franken, für Senioren mit psychischen Problemen 20 Franken, für alle anderen Senioren 10 Franken.

Grund 2, weshalb es nicht mehr Tagesstätten gibt: Die Hemmschwelle, eine Senioren-Tagesstätte zu besuchen, ist für viele alte Menschen zu hoch. Daran ändert auch nichts, dass die Gemeinden den Besuch mit 10 bis 30 Franken pro Tag subventionieren. Die Alten wollen möglichst lange zu Hause leben – den Besuch in einer Senioren-Tagesstätte empfinden viele, als wären sie doch schon mit einem Bein im Altersheim.

«Es braucht wohl noch eine Generation, bis sich die Einsicht durchsetzt, dass man dank einer Senioren-Tagesstätte letztendlich länger zu Hause bleiben kann», meint Max Oser. Er leitet selber das Altersheim Blumenfeld Zuchwil, dem auch eine Senioren-Tagesstätte angegliedert ist.

Es braucht Geduld

«Jetzt gibt es ein Cüpli», lachte die Präsidentin der Grauen Panther Solothurn 2016, nachdem das Parlament einstimmig die neue Subventions-Regel beschlossen hatte. Mittlerweile dürfte vielen Senioren-Lobbyisten das Lachen vergangen sein. Bis sich Senioren-Tagesstätten als Alternative zum Altersheim wirklich etablieren, dürfte es länger gehen als anfänglich gehofft. «Es braucht seine Zeit», hat Max Oser erkannt.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Ammann  (henschi1)
    Rechnen ist offenbar nicht jedermanns Sache! Bin 73-jährig ohne jegliche Möglichkeit solche Einrichtungen zu finanzieren. Nach meinen geleisteten 44 Jahren in der Arbeitswelt mit AHV-Pflicht erhalte ich ganze Fr. 54.73/Tag oder 1'593.00/Monat. Davon darf ich noch über 2 Monatsrenten ans Steueramt zurückgeben. Bei der Scheidung wurde meine damalige Gattin vergoldet und ich in die Armut getrieben. Wo klaue ich jetzt die 60-70 Fr.? Vielleicht ein Banküberfall?
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    1. Antwort von T. Egloff  (tegl)
      Ich kann ihren Frust durchaus verstehen, aber Rechnen ist tatsächlich auch Glückssache. Ich habe ganz kurz nachgerechnet (ohne Gewähr). Bei ihrem Einkommen müssten sie in Aarau Fr.996.- bezahlen, bei kFr 50 Vermögen. Abzüge nicht einberechnet. Entw. Haben sie noch eine Pension, oder noch ziemlich Vermögen. Ich gebe ihnen aber recht, für viele Senioren ist das Angebot wohl nicht erschwinglich.
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