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Wer soll impfen dürfen? Nur Ärzte oder auch Apotheker?
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 16.12.2019.
abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
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Apotheker statt Arzt Aargauer Apotheker wollen nicht unbedingt impfen

Umstrittene Impfungen: Wer sich im Kanton Aargau impfen lassen will, muss zwingend einen Arzt aufsuchen. Apothekerinnen und Apothekern ist es nicht erlaubt zu impfen. Dies im Gegensatz zu fast allen anderen Kantonen.

Politischer Entscheid: Im Sommer hat das Aargauer Kantonsparlament einen Vorstoss überwiesen, der dies möglicherweise ändern wird. Nun liegt es an der Regierung zu prüfen, ob Apotheken auch im Aargau Impfungen anbieten sollen oder nicht.

Apotheker sind bereit: «Wir wären parat für Impfungen», sagt Lukas Korner, Präsident des Aargauer Apothekerverbands. Er will aber nicht an vorderster Front für die Impfungen kämpfen. Denn die Apotheker wollen nicht, dass im Gegenzug die Ärzte eine alte Forderung wieder hervorkramen.

Umstrittene Selbstdispensation: Im Aargau dürfen Ärzte ihren Patienten nämlich keine Medikamente direkt verkaufen bzw. abgeben. Die Patienten müssen ihre Medikamente über Apotheken beziehen. Dies ist in den meisten anderen Kantonen anders, da dürfen Ärzte Medikamente selber verschreiben. 2013 versuchten die Ärzte mithilfe einer Initiative die so genannte Selbstdispensation auch im Aargau durchzusetzen. Die Initiative wurde aber abgelehnt.

Regal mit Medikamenten
Legende: Aargauer Apotheken verkaufen viele Medikamente, weil Ärzte ihren Patienten Medikamente nicht direkt abgeben dürfen. Keystone

Eine leise Drohung: Jürg Lareida, Präsident des Aargauer Ärzteverbands, sagt, im Moment würden die Ärzte die Medikamente nicht direkt abgeben wollen. Trotzdem sei die Forderung nicht vom Tisch. Und an die Adresse der Apotheker im Bezug auf die Impfungen: «Wer im fremden Garten grast, muss nicht überrascht sein, wenn der andere bei ihm frisst.»

Apotheker bleiben zurückhaltend: Auch wenn Impfungen etwas mehr Kunden in die Apotheken bringen könnten, ist klar: Wenn im Gegenzug die Kunden wegbleiben, die ihre verschriebenen Medikamente abholen, dann müssen viele Apotheken ums Überleben kämpfen. Deshalb fordern die Apotheker nicht lauthals die Legalisierung der Impfung durch Apotheker.

Die Situation im Kanton Solothurn

Die Situation im Nachbarkanton ist eine komplett andere: hier dürfen Apotheken Impfungen durchführen und Ärzte Medikamente direkt abgeben.

Die Konsequenz: während es im Kanton Aargau 1,8 Apotheken pro 10'000 Einwohner gibt, sind es im Kanton Solothurn nur 1,0 Apotheken pro 10'000 Einwohner.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Adi Berger  (Adi B.)
    Apotheker wollen in erster Linie viel Geld verdienen und möglichst wenig dafür tun. Zum Glück gibt mir mein Hausarzt jedes Medikament direkt beim Arztbesuch. Das spart mir einen unnötigen Weg zur Apotheke und eine Beratungstaxe für eine Leistung die nicht nötig ist und selten wirklich stattfindet.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Das tönt plausibel, Herr Berger, dennoch wäre es eine Art Gewaltentrennung, wenn die Apotheken ihrem Geschäft, Medikamente zu verkaufen und der Arzt seinem Geschäft nachginge solche zu verschreiben. Weder sollten Apotheken zu Gemischtwarenladen verkommen, noch Ärzte in die Versuchung kommen da noch und dort noch was mitzugeben....
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  • Kommentar von Stefan Renevey  (weissdassichnichtsweiss)
    Ach, was uns alles eingeimpft wird. Meistens hat es mit Interessengruppen oder zielgerichteten Handeln zu tun, welches selten dem Bürger zu Vorteil gereichte.
    Aber auch diese Blauäugigkeit wird hier von unzähligen nicht selber denken wollenden Bürger*innen vertreten.
    Je weniger wir von selber tun können, (z.B. Abwehrstoffe generieren) desto einfacher sind wir zu manipulieren.
    Ja,ja, ich weiss... blöder Verschwörungstheoretiker. Aber, bei mir muss dann keiner in die Jacke heulen kommen...
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Herr Renevey, tut Ihr Kommentar gut, der so frisch und unbeschwert daherkommt.
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  • Kommentar von Krebs Alfred  (A.Santiago)
    Ich bin etwas erstaunt, dass die ersten Kommentare sich nur gegen das Impfen aussprechen. Es gibt viele Gründe für gezielte Gruppen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Ich hatte im Jahre 1990 eine Krebsdiagnose mit zwei Operationen und fünf Chemotherapie Sessionen. Da durch die Chemotherapie die Abwehrkräfte sehr geschwächt waren, wurde mir die Grippeimpfung empfohlen. Es betrifft auch alle anderen Gruppen mit einem verschlechterten Immunsystem.
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    1. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Dafür werden Sie ganze viel Zustimmungen haben, Herr Krebs. Denn impfkritischen Menschen segeln ziemlich hart gegen den Wind. Es sind globalisierte Konzernbemühungen das Impfen zeimlich undifferenzeirt den Menschen aufzuwingen. Jede Impfung geht überlegt. Würde mich nicht wundern, wenn unser gelbe Riesee auch bald Impfungen anbieten würde.
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    2. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Herr Kunz! Mir geht es gar nicht darum, Werbung für Impfungen zu machen, sondern ein bisschen aufzuklären. Man darf einfach nicht alles verteufeln. Einen neuen Ausbruch einer Krebserkrankung kann zum Beispiel mit hohem Fieber hergehen. Wenn man dann zuerst einmal denkt, kein Problem es ist eine Grippe, verstreicht wertvolle Zeit. Es können sich Metastasen bilden bis es zu spät ist. In einem solchen Fall muss jeder selber entscheiden, was für ihn gut ist.
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    3. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Ersten Herr Krebs, es gibt in der Krebstherapie eine sich gut bewährende Thermotherapie. Im Verständnis der anthroposophischen Medizin ist die Krebserkrankung eine 'Kältekrankheit'. Darauf kann ich bei 500 Zeichen nicht weiter eingehen. UND wie mein Vorname sagt, ich bin eine Frau. Die besten Wünsche meinerseits bezüglich Ihrem Wohlergehen.
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    4. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Entschuldigung Frau Kunz, dass ich Sie mit dem falschen Geschlecht angeschrieben habe. Wie ich geschrieben habe, war meine Krebserkrankung im Jahre 1990 aufgetreten. Wenn ich daran denke, dass es nächstes Jahr 30 Jahre her sind, war die Chemotherapie nicht so die falsche Wahl. Ich bin immer noch mit meinen 65 Jahren gut zwäg.
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    5. Antwort von antigone kunz  (antigonekunz)
      Das freut mich, Herr Krebs. Somit gehören wir beide zur Generation, die in besonders günstige Zeitverhältnisse hineingeboren worden sind.
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