Asylbewerber helfen in Rodersdorf beim Jäten

Die Gemeinde Rodersdorf im Solothurner Schwarzbubenland hat einen Weg gefunden, ihre 6 Asylbewerber sinnvoll zu beschäftigen. Erfolgreich! Wenn nur die Bürokratie nicht wäre.

Mann giesst Pflanzen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: In Rodersdorf helfen Asylbewerber auch bei Gartenarbeiten – wenn nur die Bürokratie nicht wäre. Keystone

In Rodersdorf helfen die Asylbewerber mit anzupacken. Wer hier Hilfe braucht bei Gartenarbeiten oder beim Keller ausräumen, kann sich bei der Gemeinde melden und kriegt dann Unterstützung von einem der sechs Asylbewerber, die momentan im Dorf wohnen.

Keine Arbeiten mit grossen Maschinen

Die Asylbewerber dürfen keine Arbeiten erledigen, die das Gewerbe konkurrenzieren. Das heisst: Umzugsarbeiten oder Bäume pflanzen sind tabu. Hier haben Zügelunternehmen und Gärtner Vorrang. Auch dürfen die Asylbewerber keine Arbeiten erledigen, bei denen man grosse Maschinen benötigt.

Bürokratischer Aufwand enorm

Deshalb werden die Asylbewerber für einfache Arbeiten wie Jäten, Aufräumen oder bei der Ernte eingesetzt. Die Nachfrage im Dorf war zu Beginn gross, hat aber seither stetig abgenommen. Irene Meier, Gemeinderätin von Rodersdorf, sieht den Grund in der Schweizer Bürokratie: « Wenn jemanden einen der Asylbewerber für ein paar Stunden beschäftigen will, muss er sich mindestens eine Woche im Voraus bei der Gemeinde melden und etliche Formulare ausfüllen.»  Das schrecke viele Rodersdorfer ab, und deshalb sei die Nachfrage nach einem erfreulichen Start stetig zurückgegangen.

Hoffen auf den Frühling

«Für die Asylbewerber wäre die Beschäftigung eine grosse Chance», ist Irene Meier überzeugt. So würden sie auch Kontakt zu den Einwohnern der Gemeinde finden. Irene Meier hofft nun, dass im Frühling, wenn wieder Gartenarbeiten anfallen, mehr Aufträge reinkommen.